RWE sprengt 200-Meter-Schornstein: Frimmersdorf wird Digitalstandort
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 22:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Energiekonzern RWE hat am Samstagvormittag einen markanten Teil der rheinischen Industriegeschichte zurückgebaut. Um 11:00 Uhr wurde der 200 Meter hohe Schornstein des bereits stillgelegten Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf in Grevenbroich kontrolliert gesprengt.
Mit der Niederlegung des Bauwerks markiert das Unternehmen einen wesentlichen Meilenstein beim Rückbau der einstigen Großanlage, die über Jahrzehnte das Landschaftsbild der Region prägte.
Die Sprengung des Bauwerks, das mit einer Höhe von 200 Metern fast an den Düsseldorfer Rheinturm heranreichte, erforderte umfangreiche technische Vorbereitungen und Sicherheitsvorkehrungen. Insgesamt kamen 1250 Sprengladungen zum Einsatz, um den massiven Turm präzise zu Fall zu bringen.
Der Schornstein war technisch den Kraftwerksblöcken P und Q sowie dem Block Paula zugeordnet. Diese Einheiten verfügten über eine elektrische Leistung von jeweils 300 MW und trugen maßgeblich zur Energieversorgung bei, bevor die Anlage außer Betrieb genommen wurde.
Das Kraftwerk Frimmersdorf nimmt in der Historie der europäischen Energiewirtschaft eine besondere Stellung ein. In der Vergangenheit galt der Standort zeitweise als das größte Braunkohlekraftwerk der Welt. Mit der erfolgreichen Sprengung verschwindet nun eine der letzten großen Landmarken des Kraftwerks, das symbolisch für die Ära der konventionellen Verstromung im rheinischen Revier stand.
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Nach dem Einsturz des Turms beginnt für die verantwortlichen Teams die logistische Aufarbeitung des Geländes. Durch die Sprengung sind Schätzungen zufolge rund 14.000 Tonnen Schutt angefallen. Diese Materialmassen müssen in den kommenden Monaten direkt vor Ort weiterverarbeitet werden.
Der Prozess sieht vor, dass die Trümmer zunächst zerkleinert und anschließend nach Materialarten sortiert werden, bevor der systematische Abtransport vom Gelände erfolgen kann. RWE plant, den vollständigen Rückbau der gesamten industriellen Infrastruktur auf dem Areal bis Mitte 2028 abzuschließen.
Die Maßnahme ist Teil einer strategischen Neuausrichtung des Standorts. Wo über Jahrzehnte Braunkohle zur Stromerzeugung genutzt wurde, soll im Zuge des Strukturwandels eine moderne digitale Infrastruktur entstehen.
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Den aktuellen Planungen zufolge ist vorgesehen, auf dem freiwerdenden Gelände einen Digitalstandort beziehungsweise ein Rechenzentrum zu errichten. Dieser Wandel von der fossilen Energieerzeugung hin zu datenbasierten Dienstleistungen markiert den Übergang des Standorts Frimmersdorf in eine neue wirtschaftliche Nutzungsphase.
Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Spektakuläre Sprengung - RWE sprengt 200-Meter-Schornstein von Ex-Kohlekraftwerk - Wirtschaft“
