Sanierungsförderung: 30% Grundförderung ab Juli, Höchstbetrag sinkt ab Februar
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung hat die Förderung für energetische Sanierungen neu aufgestellt. Seit dem 21. Juli gelten angepasste Bedingungen bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), zum 3. August folgten verbesserte Konditionen im KfW-Programm „Jung kauft Alt“. Besonders Familien und Haushalte mit niedrigerem Einkommen profitieren.
Grundförderung, Boni und sinkende Höchstbeträge
Die staatliche Unterstützung setzt sich künftig aus einer Grundförderung von 30 Prozent plus verschiedener Boni zusammen. Der förderfähige Höchstbetrag liegt zunächst bei 28.000 Euro – aber nicht lange: Ab Februar 2027 sinkt er halbjährlich um 750 Euro. Wer schnell handelt, bekommt zusätzlich einen Klimabonus von 16 Prozent, sofern die Maßnahmen bis zum 1. Februar 2027 umgesetzt werden.
Der neue Einkommensbonus ist gestaffelt: Haushalte mit bis zu 30.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen erhalten 40 Prozent obendrauf. Bei 40.000 Euro sind es 30 Prozent, bei 50.000 Euro noch 10 Prozent. Pro Kind erhöht sich die jeweilige Grenze um 10.000 Euro. Zusätzlich winkt ein iSFP-Bonus von 5 Prozent, wenn die Investition mindestens 30.000 Euro beträgt und auf einem individuellen Sanierungsfahrplan basiert.
„Jung kauft Alt“: Deutlich mehr Kredit für Familien
Das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ macht den Erwerb sanierungsbedürftiger Bestandsimmobilien attraktiver. Familien mit einem Kind können nun 140.000 Euro beantragen statt bisher 100.000 Euro. Bei zwei Kindern steigt der Deckel auf 160.000 Euro, ab drei Kindern sind 180.000 Euro möglich.
Der effektive Jahreszins liegt bei 0,53 Prozent – bei 35 Jahren Laufzeit und zehn Jahren Zinsbindung. Die Bedingungen: Die energetische Sanierung muss innerhalb von 54 Monaten nach Einzug erfolgen. Die Einkommensgrenze liegt bei 90.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen, pro Kind kommen 10.000 Euro Freibetrag dazu.
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Wärmepumpen boomen – doch Kritik an der Förderpolitik wächst
Trotz der komplexen Förderlandschaft läuft das Geschäft mit klimafreundlicher Heiztechnik gut. Laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) stieg der Absatz von Wärmepumpen im ersten Halbjahr um 40 Prozent – insgesamt 195.000 Geräte. Die Branche begrüßt, dass die BEG-Förderung bis 2030 fortgeführt werden soll.
Doch es gibt auch deutliche Kritik: Berichten zufolge kürzt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die Mittel für die Sanierungsförderung insgesamt drastisch. Besonders der Mietwohnungssektor leidet darunter. Experten befürchten, dass die Klimaziele ohne stärkere Anreize dort kaum zu erreichen sind.
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Bereits im Frühjahr 2025 hatten 13 Verbände, darunter BDEW und ZIA, in einem gemeinsamen Appell eine verlässlichere Förderpolitik gefordert. Neue regionale Initiativen wie die „WärmePartner Bonn-Rhein-Sieg“ versuchen nun, die Lücke zu schließen: Sie bündeln Handwerk, Energieberatung und Finanzierung und bieten Sanierungswilligen einen Rundum-Service zur Wärmepumpe.
