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SAP-Chef fordert mehr Leistungskultur in Unternehmen

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 07:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

SAP-Chef Christian Klein fordert mehr offenes und respektvolles Feedback in Unternehmen.

SAP-Chef fordert mehr Leistungskultur in Unternehmen
SAP (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Wenn jeder plötzlich ein Talent ist, schafft man die Leistungskultur ab. Die Wahrheit ist: Nicht jeder ist ein Top-Performer", sagte Klein der "Süddeutschen Zeitung". Es müsse möglich sein, den Finger in die Wunde zu legen und Leistung kritisch anzusprechen.

Wie im Sport brauche es auch in der Wirtschaft eine Leistungskultur. Tendenzen, in Deutschland etwa "die Bundesjugendspiele abzuschaffen, nur weil die Kinder und Jugendlichen davon angeblich Schaden davontragen", sieht er kritisch.

Die hohen Zustimmungswerte für die AfD in den Umfragen vor den Landtagswahlen in Berlin und Sachsen-Anhalt wertet Klein als Ausdruck allgemeiner Unzufriedenheit. Das lasse sich "nur in den Griff bekommen, wenn die Menschen wieder fest überzeugt sind: Den Politikern geht es ums Land, die sind für uns da", sagte Klein.

Mit Blick auf die Gefahr, dass Europa bei der künstlichen Intelligenz (KI) in eine gefährliche Abhängigkeit von den USA und China gerate, sagte Klein: "Wir müssen schnell agieren, niemand in den USA oder China wartet auf uns. Sie wollen uns alle schlagen." Deshalb müssten europäische Unternehmen bei angewandter KI vorangehen.

Wegen der neuen KI-Konzerne steht SAPs Geschäftsmodell unter Druck, die Aktie verliert seit Monaten an Wert. SAP will gegensteuern, indem es 400 bis 500 neue Data Scientists einstellt. Durch KI werde etwa die Softwareentwicklung um 30 Prozent produktiver, sagte der SAP-Vorstandschef. "Kann man einen Stellenabbau komplett ausschließen? Nein, das wäre auch nicht ehrlich." Aktuell beschäftigt SAP etwa 112.000 Menschen weltweit.

Gemeinsam mit der Telekom entwickelt SAP im Auftrag des Bundesdigitalministeriums eine "Bürger-App", über die man künftig etwa Wohnsitz oder Auto an- oder abmelden können soll. Angesprochen auf die Verzögerung sagte Klein: "Die Technologie war übrigens auch schon vor zehn Jahren für eine solche App vorhanden."

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