SAP, Joule

SAP Joule Work: KI-Assistent greift auf Wissensgraph mit 7 Millionen Datenfeldern zu

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Joule Work erreicht erste Kunden; SAP ergänzt sein Cloud-Angebot um Fachassistenten, Zahlungsfunktionen und neue Systemverknüpfungen.

SAP zeigt in Las Vegas KI-Assistenten, Zahlungsdienst und Integrationen
Ein minimalistisches, modernes Büro-Interieur mit klaren architektonischen Linien und weichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat auf der Konferenz SAP Connect in Las Vegas sein Konzept für das autonome Unternehmen präsentiert. Wie das Unternehmen in einem Bericht vom 6. Oktober 2026 mitteilte, wird die KI-Benutzeroberfläche Joule Work ersten Kunden bereitgestellt. Das System greift dabei auf den hauseigenen Wissensgraphen zurück, der über 7 Millionen Datenfelder umfasst.

Neue Schnittstellen und spezialisierte Assistenten

Nach Angaben des Softwareherstellers befindet sich Joule Work intern bereits bei 110.000 Mitarbeitenden im produktiven Einsatz. Das Unternehmen beziffert die dabei verzeichneten Produktivitätssteigerungen im Finanzwesen, im Personalwesen sowie in der Beschaffung auf 20 Prozent. Zudem verweist der Konzern auf Pilotprojekte bei Unternehmenskunden wie Novartis, Nestlé, Morgan Foods und PwC.

Für die kommenden Monate kündigte SAP weitere spezialisierte Assistenten auf Basis von Joule an, die Bereiche wie Finanzen, Ausgabenmanagement, Personalwesen, Kundenservice und Lieferketten abdecken sollen. Die entsprechenden Early-Access-Programme sowie die allgemeine Verfügbarkeit sind schrittweise bis zum ersten Quartal 2027 vorgesehen.

Im Finanzsektor umfasst die Palette unter anderem einen Revenue Recognition Assistant für die Standards IFRS 15 und US GAAP, einen Disclosure Assistant sowie einen Overhead Accounting Assistant. Ergänzend dazu soll der International Trade Assistant den Arbeitsaufwand bei der Handelsklassifizierung um bis zu 50 Prozent verringern.

Weitere Werkzeuge betreffen die Unternehmensführung und Sicherheit: Ein Governance Assistant ist für das vierte Quartal geplant, während ein Assistent für Zugriffssteuerung und Sicherheit im ersten Quartal 2027 folgen soll.

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Erweiterte Zahlungsdienste und Systemintegrationen

Neben den Assistenzsystemen stellte der Konzern SAP Pay vor. Dabei handelt es sich um einen direkt in das Cloud-ERP eingebetteten Zahlungsdienst auf Basis der Plattform Tereina. Das System führt Zahlungen nach erfolgter Rechnungsfreigabe in der Cloud-Umgebung aus und unterstützt grenzüberschreitende Abrechnungen unter Verwendung von Stablecoins. Der Dienst ist zunächst in den USA und in Großbritannien verfügbar.

Zudem gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit der Ratingagentur Moody's bekannt, um Daten zu Lieferantenrisiken künftig direkt in SAP Ariba einzubinden. Auf Systemebene ist SAP S/4HANA Cloud Public Edition mittlerweile mit SAP Ariba und der Sales Cloud integriert.

Weitere Anbindungen an SAP Taulia im Oktober, SAP Subscription Billing im November sowie an SAP SuccessFactors vor dem Jahresende sollen das Portfolio ergänzen. Für Cloud ERP Private sind verwaltete KI-Dienste vorgesehen, deren allgemeine Verfügbarkeit bis zum Jahresende angestrebt wird.

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Geplante Übernahme und geteilte Analystenstimmen

Das Angebot im Personalbereich will der Konzern durch den Zukauf des belgischen Anbieters TechWolf ausbauen. Der Kaufpreis für die geplante Übernahme wurde nicht beziffert; der Abschluss der Transaktion wird nach dem Vorliegen der behördlichen Genehmigungen für das vierte Quartal erwartet.

In der Marktbeobachtung stoßen die Neuerungen auf gemischte Reaktionen. Thomas Randall von der Info-Tech Research Group sieht in den Ankündigungen zwar keine bahnbrechenden Neuerungen, bescheinigt dem Ansatz jedoch Potenzial bei der kontrollierten Ausführung von Prozessen im Backoffice.

Jason Andersen von Moor Insights & Strategy bewertet die Schritte optimistischer. Dagegen warnt der Analyst Carmi Levy vor potenziellen Risiken, insbesondere mit Blick auf Datenintegrität, Datenschutz und Sicherheitsfragen rund um Model Injection.

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