SBTi-Standard, V20

SBTi-Standard V2.0: Neue Klimaziel-Prüfung startet am 1. Februar 2027

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ab Februar 2027 validiert die SBTi Unternehmensziele nach V2.0; verbindlich wird der neue Standard ab Februar 2028.
Weitläufige Windkraftanlage in einer offenen Landschaft unter klarem Himmel als Symbol für nachhaltige Klimaziele. Illustration mit AI erstellt.

Die Science Based Targets initiative (SBTi) entwickelt mit dem Corporate Net-Zero Standard (CNZS) V2.0 die Anforderungen an ambitionierte und glaubwürdige Klimaziele für Unternehmen weiter.

Nachdem der überarbeitete Standard im Juni 2026 veröffentlicht wurde, beginnt die offizielle Validierung von Unternehmenszielen nach der Version 2.0 am 1. Februar 2027. Mit der Neufassung sollen wissenschaftsbasierte Klimavorgaben präzisiert und die Wirksamkeit von betrieblichen Netto-Null-Strategien erhöht werden.

Übergangsfristen und strengere Anforderungen

Für einreichende Betriebe greift eine Übergangsregelung. Anträge nach dem bisherigen Standard V1.3.1 sind noch bis zum 31. Januar 2028 möglich. Erst ab dem 1. Februar 2028 wird die Anwendung der Version 2.0 zur Pflicht. Für das vierte Quartal 2026 hat die Organisation zudem die Bereitstellung der finalen Methoden, eines aktualisierten Zielsetzungs-Werkzeugs sowie einer Richtlinie für Begleit- und Kommunikationsaussagen angekündigt.

Die Version 2.0 bringt gegenüber der bisherigen Praxis wesentliche Änderungen mit sich. So darf das gewählte Basisjahr künftig maximal zwei Jahre vor dem Einreichungsdatum liegen.

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Für Unternehmen der Kategorie A werden darüber hinaus eine begrenzte Prüfungssicherheit (Limited Assurance) sowie die Ausarbeitung eines Transformationsplans verbindlich, der innerhalb von 15 Monaten veröffentlicht werden muss.

Finanzinstitute können zum Start im Februar 2027 noch keine Ziele nach der neuen Version 2.0 einreichen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Umstellung raten Nachhaltigkeitsberater Unternehmen dazu, die Einreichungsmöglichkeiten nach Version 1.3.1 bis Ende Januar 2028 auszuschöpfen.

Differenzierte Prüfwege und globale Verbreitung

Die Validierung wird künftig über zwei Prüfpfade abgewickelt. Das reguläre Verfahren für die Kategorie A umfasst fünf Prüfrunden und nimmt rund 55 Werktage in Anspruch. Für die Kategorie B steht ein fokussierter Pfad zur Verfügung, der sich auf direkte und energiebezogene Emissionen der Scopes 1 und 2 beschränkt; dieser ist auf vier Runden sowie etwa 30 Werktage angelegt.

Unternehmen der Kategorie B müssen jedoch zwingend das reguläre Verfahren durchlaufen, sobald ihr Jahresumsatz 25 Millionen Euro übersteigt oder sie zusätzliche Scope-3- beziehungsweise sektorspezifische Vorgaben abbilden wollen.

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Nach Erhebungen der Organisation berichten 80 Prozent der Unternehmen mit validierten wissenschaftsbasierten Zielen von einer gestärkten langfristigen Geschäftsstrategie. Rund 95 Prozent verzeichnen einen positiven Effekt auf ihre Reputation, während 92 Prozent die finanzielle Wirkung als neutral oder positiv einstufen.

Betriebe mit SBTi-Zielen senken ihre Emissionsintensität im Durchschnitt um zehn Prozent stärker als Unternehmen ohne entsprechende Vorgaben. Weltweit haben sich inzwischen mehr als 13.000 Unternehmen der Initiative angeschlossen, wobei die Beteiligung stark zwischen Branchen und Regionen variiert.

Neben den Anpassungen der SBTi zeichnet sich auch beim übergeordneten Treibhausgasprotokoll eine Weiterentwicklung ab: Eine Revision in gemeinsamer Veröffentlichung mit der ISO ist in Vorbereitung, wobei eine öffentliche Konsultation für das zweite Quartal 2027 und die finale Veröffentlichung für das vierte Quartal 2028 avisiert sind.

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