Schaeffler: 1.800 Beschäftigte wählen Altersteilzeit
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 16:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Personalabbau bei Schaeffler kommt voran
- 1.800 Beschäftigte der Jahrgänge 1971 und älter haben das Altersteilzeitprogramm angenommen.
- Das Angebot war im August gestartet und sollte zunächst 1.300 Mitarbeiter erreichen.
- Von den geplanten 4.700 Stellenstreichungen sind bis zum 30. September 2026 bereits 3.715 umgesetzt.
- Für die verbleibenden 985 Stellen liegen vertragliche Vereinbarungen vor.
Beim Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler haben deutlich mehr Beschäftigte als erwartet eine Vereinbarung zur Altersteilzeit angenommen.
Altersteilzeit übertrifft die Planung
Nach Angaben von Vorstandschef Klaus Rosenfeld haben sich derzeit 1.800 Männer und Frauen der Jahrgänge 1971 und älter für das im August aufgelegte Programm verpflichtet. Die Unternehmensführung hatte zunächst mit 1.300 Teilnehmern gerechnet.
Rosenfeld äußerte sich in Herzogenaurach zum Stand des Programms. Die höhere Beteiligung beschleunigt den geplanten Personalabbau bei dem Zulieferer.
Stellenabbau soll früher abgeschlossen sein
Auch das bereits 2024 gestartete Programm zum freiwilligen Abbau von 4.700 Arbeitsplätzen bis Ende 2029 läuft schneller als vorgesehen. Bis zum 30. September 2026 waren 3.715 Stellen erreicht.
Nach der aktuellen Planung soll die Zielgröße bereits Ende 2028 und damit ein Jahr früher als zunächst geplant erreicht werden. Für die noch abzubauenden 985 Stellen bestehen laut Unternehmensangaben bereits vertragliche Vereinbarungen.
Einsparungen fallen höher aus
Die erwarteten Einsparungen von 290 Millionen Euro dürften nach Rosenfelds Angaben um 20 Prozent übertroffen werden. Für die Restrukturierung hatte Schaeffler rund 500 Millionen Euro zurückgestellt.
Rückstellungen in Höhe von 84 Millionen Euro könnten nun aufgelöst werden. Der Konzern verbindet den schnelleren Personalabbau damit mit einer besseren Kostenwirkung als ursprünglich kalkuliert.
Altersteilzeit als schneller Personalabbau
Bei Schaeffler verbindet sich das Altersteilzeitprogramm mit einem bereits laufenden freiwilligen Stellenabbau. Beide Instrumente zielen darauf, die Beschäftigtenzahl zu senken, ohne betriebsbedingte Kündigungen in den Mittelpunkt zu stellen. Dass die Zahl der Teilnehmer die Planung übertrifft, beschleunigt diesen Umbau.
Die Größenordnung ist erheblich: Von den 4.700 geplanten Stellenstreichungen sind nach Unternehmensangaben bereits 3.715 erreicht. Für die verbleibenden 985 Stellen bestehen demnach Vereinbarungen. Damit wird der Abbau nicht nur vorgezogen, sondern finanziell voraussichtlich günstiger als kalkuliert. Die erwarteten Einsparungen von 290 Millionen Euro sollen um ein Fünftel höher ausfallen.
Folgen für Beschäftigte und Standorte
Für ältere Beschäftigte kann Altersteilzeit einen planbaren Übergang in den Ruhestand ermöglichen. Für das Unternehmen sinken zugleich langfristig Personal- und Restrukturierungskosten. Die Auflösung von 84 Millionen Euro an Rückstellungen zeigt, dass der Abbau bilanziell bereits Wirkung entfalten kann.
Für die betroffenen Standorte bleibt entscheidend, wie viele Arbeitsplätze dauerhaft entfallen und welche Tätigkeiten künftig automatisiert, verlagert oder zusammengelegt werden. Der schnellere Personalabbau verbessert zwar die Kostenposition, erhöht aber den Anpassungsdruck auf verbleibende Belegschaften und Regionen.
