Schmerzversorgung, Zentren

Schmerzversorgung: 22 Prozent der Zentren in Existenz bedroht

04.06.2026 - 13:10:16 | boerse-global.de

Minimalinvasive Eingriffe an Schulter und Ellenbogen nehmen zu, wÀhrend die Deutsche Schmerzgesellschaft vor einer Versorgungskrise warnt.

Schmerzversorgung: 22 Prozent der Zentren in Existenz bedroht - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Schmerzversorgung: 22 Prozent der Zentren in Existenz bedroht - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Doch wÀhrend die Chirurgie Fortschritte macht, warnen Schmerzmediziner vor einem Kollaps der Versorgung.

Arthroskopie wird zum Standard

In der Schulterchirurgie setzen spezialisierte Zentren zunehmend auf arthroskopische Verfahren. Das Deutsche Gelenkzentrum Heidelberg behandelt damit Krankheitsbilder wie SchulterinstabilitĂ€t, Impingement-Syndrom und Rotatorenmanschettenrisse. „Die Operationen erfolgen minimalinvasiv“, erklĂ€rt Dr. med. Sven Lichtenberg, Experte fĂŒr Schulterchirurgie. Ziel sei es, die Gelenkfunktion wiederherzustellen und LangzeitschĂ€den zu vermeiden.

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Auch bei Ellenbogenproblemen greifen Chirurgen zur Arthroskopie. Prof. Dr. med. Marc Schnetzke gilt als Spezialist fĂŒr Ellenbogensteife und chronische InstabilitĂ€t – und setzt ebenfalls auf die schonende Methode.

20 Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen

Doch parallel zu den chirurgischen Erfolgen zeichnet sich ein Versorgungsproblem ab. Die Deutsche Schmerzgesellschaft warnte Anfang Juni: Geplante Gesundheitsreformen und Sparmaßnahmen gefĂ€hrden die multimodale Schmerztherapie. „Rund 22 Prozent der Standorte, die fast die HĂ€lfte der FĂ€lle versorgen, sind in ihrer Existenz bedroht“, sagt PrĂ€sident Frank Petzke.

SchĂ€tzungsweise 20 Millionen Menschen in Deutschland haben chronische Schmerzen. Lilit Flöther von der UniversitĂ€tsklinik Halle sieht den Bedarf durch die alternde Gesellschaft weiter steigen. Die Wartezeiten fĂŒr interdisziplinĂ€re Behandlungen sind bereits jetzt lang.

Immer mehr BĂŒroangestellte klagen ĂŒber Nacken- und Schulterschmerzen. Das Bach Mai Krankenhaus in Hanoi berichtet von steigenden Fallzahlen. Dr. Nguyen Phuong Dong warnt: Die Symptome können auf Zervikalspondylose oder BandscheibenvorfĂ€lle hindeuten. Neben klassischer Medizin setzt das Krankenhaus auf Akupunktur und Massagen.

Neue Studien, neue Hoffnung

Die Forschung sucht nach besseren Reha-Methoden und Wegen, Medikamentenrisiken zu minimieren. Die CRISP-Studie unter Leitung von Dr. Marisa Pontillo evaluiert die Schulterrehabilitation mit funktionellen Tests. Ziel: die vollstÀndige Wiederherstellung der EinsatzfÀhigkeit.

FĂŒr Patienten mit chronischen RĂŒckenschmerzen startet im Juni 2026 am LMU Klinikum MĂŒnchen die NeuroPain-Studie. Sie untersucht fokussierten Ultraschall zur personalisierten Schmerztherapie – basierend auf individuellen fMRT-Daten.

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Experten warnen zudem vor der langfristigen Einnahme von Ibuprofen bei Gelenkschmerzen. Die Risiken: Magenreizungen und NierenschĂ€den. Alternativen sind Physiotherapie, Gewichtsmanagement und Bewegung. Neue Technologien wie der „Pressure Pointer“ ermöglichen Patienten zudem die Selbstbehandlung von Triggerpunkten zu Hause.

Mikroroboter reparieren RĂŒckenmarksverletzungen

Einen futuristischen Ansatz verfolgen Forscher der ETH ZĂŒrich und der UniversitĂ€t ZĂŒrich. Sie entwickelten Mikroroboter aus Stammzellen, die im Tierversuch RĂŒckenmarksverletzungen reparierten. Die sogenannten NPC-Bots werden ĂŒber Magnetfelder gesteuert und verbesserten die BewegungsfĂ€higkeit der Testsubjekte deutlich.

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