Schülerspezialverkehr: Polizei deckt gravierende Sicherheitsmängel auf
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Einsatzkräfte der Polizei Duisburg haben bei einer gezielten Überprüfung des Schülerspezialverkehrs gravierende Defizite bei der Sicherung von Fahrgästen sowie technische Mängel an den eingesetzten Fahrzeugen registriert.
Die Kontrolle fand am 15. September 2026 an der Förderschule an der Kalthoffstraße statt. Wie aus einem Bericht vom 17. September 2026 hervorgeht, deckten die Beamten bei mehreren Fahrzeugen Verstöße gegen grundlegende Sicherheitsstandards im gewerblichen Personentransport auf.
Ungesicherte Rollstühle und technische Mängel in Duisburg
Im Fokus des Duisburger Einsatzes stand die ordnungsgemäße Beförderung von Schülerinnen und Schülern mit körperlichen Einschränkungen. Dabei stellten die Beamten in fünf Fällen fest, dass Rollstühle im Fahrzeuginneren nicht vorschriftsmäßig gesichert waren.
Gegen die Verantwortlichen wurden entsprechende Verwarngelder verhängt. Zudem fertigte die Polizei Duisburg drei Berichte an die Berufsgenossenschaft Verkehr an, um arbeits- und sicherheitsrechtliche Konsequenzen zu prüfen.
Neben der unzureichenden Sicherung von Hilfsmitteln wiesen mehrere Fahrzeuge teils erhebliche technische Mängel auf. Bei zwei Fahrzeugen registrierten die Kontrolleure defekte elektronische Trittstufen, die das Ein- und Aussteigen absichern sollen. An einem weiteren Fahrzeug war eine Hebebühne im Einsatz, für die über mehrere Jahre hinweg keine der vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen nachgewiesen werden konnte.
Verstöße bei Zulassungen und Fahrerlaubnissen im Schülerverkehr
Die Überprüfung von Transporten im Schulumfeld verdeutlicht branchentypische Risiken auch außerhalb Duisburgs. So führten Verkehrsbehörden nach dem Schuljahresbeginn verstärkte Kontrollen durch. Die polnische Verkehrsinspektion WITD stellte bei Maßnahmen in Pi?a fest, dass drei Busse Kinder ohne die erforderlichen Genehmigungen für den regelmäßigen Sonderverkehr beförderten.
Die Kontrolle an einer Duisburger Förderschule zeigte, wie schnell aus einer Routinefahrt ein Verfahren wird: In fünf Fällen waren Rollstühle nicht vorschriftsmäßig gesichert, bei zwei Fahrzeugen waren elektronische Trittstufen defekt, und eine Hebebühne hatte über Jahre keine nachgewiesene Sicherheitsprüfung. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie Fahrzeuge, Sicherungen und Nachweise vor der nächsten Kontrolle auf Stand bringen. Prüfleitfaden jetzt anfordern
Eines dieser Fahrzeuge wies einen derart sicherheitsgefährdenden technischen Zustand auf, dass die Zulassung entzogen werden musste. Die Behörde leitete Verwaltungsverfahren gegen die Beförderungsunternehmen ein und kündigte an, die Kontrollen an Schulen fortzusetzen.
Am 17. September 2026 beanstandete die Inspektion WITD in Opole einen weiteren Bus, der Kinder und Jugendliche ebenfalls ohne die vorgeschriebene Genehmigung für den regelmäßigen Sonderverkehr zu Schulen transportierte.
Ein Abgleich im Register CEPiK ergab, dass der Fahrer über keine gültige Bus-Fahrerlaubnis verfügte. Neben einem Antrag auf gerichtliche Bestrafung des Fahrers wurden Verwaltungsverfahren gegen das Beförderungsunternehmen und den zuständigen Transportmanager eingeleitet.
Auch im privaten Umfeld von Schulen erfassen Behörden regelmäßig Sicherheitslücken. Bei Schulwegkontrollen an acht Grundschulen in Rüsselsheim mit Fokus auf sogenannte Elterntaxis hielt die Stadtpolizei zwischen dem 12. August und dem 10. September 2026 insgesamt 315 Autos an. Dabei wurden 13 Verstöße geahndet, darunter fünf Gurtverstöße, drei Fälle mit fehlendem Kindersitz sowie drei Transporte von Kindern auf E-Scootern. Die Bußgelder lagen bei mindestens 30 Euro für Gurtverstöße beziehungsweise ab 60 Euro für fehlende Kindersitze.
Debatte über strengere Aufsicht im Personenbeförderungsgewerbe
Die Kontrollergebnisse fallen in eine Phase politischer Diskussionen über die Regulierung und Überwachung gewerblicher Personentransporte. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen (TMV) fordert eine Erweiterung der zentralen Verkehrsunternehmensdatei beim Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) auf das gesamte Personenbeförderungsgewerbe.
Fehlende Genehmigungen, abgelaufene Nachweise, kein gültiger Fahrerlaubnis-Eintrag: Bei Kontrollen nach Schuljahresbeginn fielen Fahrzeuge auf, die Kinder ohne die erforderliche Erlaubnis für den regelmäßigen Sonderverkehr beförderten — in einem Fall wurde die Zulassung entzogen. Unser kostenloser Compliance-Audit-Leitfaden hilft Ihnen, Genehmigungen, Fahrerlaubnisse und Prüffristen systematisch zu prüfen, bevor Behörden es tun. Compliance-Audit-Leitfaden sichern
Diese Maßnahme solle insbesondere plattformvermittelte Mietwagen einschließen. Über eine digitale Software könnten unter anderem Verstöße gegen die gesetzliche Rückkehrpflicht für Mietwagen erfasst und ausgewertet werden.
Bei einem Gespräch in Berlin sprach sich der CDU-Verkehrspolitiker Henning Rehbaum für diesen Vorschlag aus. Der TMV begründet den Vorstoß unter anderem mit dem hohen wirtschaftlichen Druck innerhalb der Branche, der auch durch hohe Kraftstoffpreise verstärkt wird.
