Schulgewalt, Berlin

Schulgewalt Berlin: 13-Punkte-Plan gegen Prügel und Mobbing

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berlins Bildungssenatorin plant einheitliche Sanktionen und Anti-Gewalt-Trainings; die Finanzierung der Maßnahmen ist jedoch noch nicht geklärt.

Berlin legt 13-Punkte-Plan gegen Gewalt an Schulen vor
Ein leerer, modern gestalteter Schulflur in Berlin mit hellen Wänden und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts steigender Herausforderungen an den Bildungseinrichtungen der Hauptstadt hat die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt.

Wie aus Berichten vom 3. September 2026 hervorgeht, zielt der sogenannte 13-Punkte-Plan darauf ab, Gewalt an Schulen systematisch zu bekämpfen und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Sanktionen und Prävention zu verschärfen. Kernstück der Initiative ist eine geplante Änderung des Berliner Schulgesetzes.

Verschärfung des Schulgesetzes und einheitliche Sanktionen

Die von der Senatorin vorgeschlagenen Maßnahmen sehen weitreichende Anpassungen der rechtlichen Grundlagen vor. Ein zentraler Aspekt des Plans ist die Einführung eines einheitlichen Katalogs für Regelverstöße. Dieser soll sicherstellen, dass Fehlverhalten an allen Berliner Schulen nach denselben Maßstäben bewertet wird. Ergänzend dazu plant die Bildungsverwaltung die Einführung verschärfter Ordnungsmaßnahmen, um auf Gewaltvorfälle adäquat reagieren zu können.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Durchsetzung der Schulpflicht. Der Plan sieht hierfür einheitliche Bußgelder bei Schulschwänzen beziehungsweise Schulpflichtverstößen vor. Durch diese Standardisierung soll der Verwaltungsaufwand verringert und die Signalwirkung gegenüber Erziehungsberechtigten und Schülern erhöht werden.

Innerhalb eines Jahres sollen zudem verbindliche Mindeststandards für die Schulordnungen der einzelnen Einrichtungen definiert werden, um eine berlinweite Vergleichbarkeit der Regeln zu gewährleisten.

Prävention und intensivpädagogische Infrastruktur

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Neben repressiven Maßnahmen setzt das Konzept von Günther-Wünsch auf präventive Elemente. So umfasst der 13-Punkte-Plan die Einführung verbindlicher Anti-Gewalt-Trainings für Schülerinnen und Schüler. Diese sollen dazu beitragen, Konflikte frühzeitig zu deeskalieren und ein Bewusstsein für gewaltfreie Kommunikation zu schaffen.

Für besonders schwere Fälle, in denen die regulären schulischen Mittel nicht ausreichen, sieht das Konzept die Einrichtung einer intensivpädagogischen Jugendhilfeeinrichtung vor. Dieses spezialisierte Angebot soll eine Brücke zwischen Schule und Jugendhilfe schlagen, um Kinder und Jugendliche mit massivem Unterstützungsbedarf gezielter zu betreuen.

Trotz der detaillierten Ausarbeitung des Plans ist die Finanzierung der einzelnen Vorhaben laut Berichten vom 3. September 2026 derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Datengrundlage und gesellschaftliche Einordnung

Grundlage für die politischen Forderungen ist das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer, dessen Ergebnisse Ende Juni veröffentlicht wurden. Die dort erhobenen Daten verdeutlichen den Handlungsbedarf: Laut der Statistik gaben 4 % der Schüler an, verprügelt worden zu sein. Zudem berichteten 20 % der Befragten, dass sie mit sexistischen Kommentaren konfrontiert wurden.

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In der Debatte um die Ursachen der Gewalt an Schulen mahnen Experten zur Differenzierung. Der Psychologe Ahmad Mansour äußerte im Zusammenhang mit der Vorstellung des Plans, dass Gewalt an Schulen kein reines Migrationsphänomen sei.

Vielmehr müssten vielschichtige soziale und pädagogische Faktoren berücksichtigt werden, um der Problematik wirksam zu begegnen. Mit dem nun vorgelegten Plan versucht die Bildungsverwaltung, sowohl auf rechtlicher als auch auf pädagogischer Ebene eine neue Struktur in die Gewaltprävention an Berliner Schulen zu bringen.

Mehr zum Thema bei WELT: „Berlin: Wir werden konsequent handeln – 13-Punkte-Plan gegen Gewalt an Schulen vorgestellt“

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