Schulproteste in Frankreich gehen nach Herbstferien weiter
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 17:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie von der Regierung am Vortag gemachten Zugeständnisse seien unzureichend, teilten die Bildungsgewerkschaften nach Gesprächen mit Bildungsminister Édouard Geffray mit. Schülervertreter äußerten sich nach einem Treffen mit Premierminister Sébastien Lecornu am Montag ebenfalls unzufrieden.
Wie die Generalsekretärin der Studentenvereinigung Unef, Manon Moret, dem Sender BFMTV sagte, werde die Mobilisierung der Schüler und Studierenden nach den Herbstferien "wieder aufgenommen", da "die angekündigten Maßnahmen unzureichend sind". Die jungen Leute nähmen den Ausfall von Unterricht und Vorlesungen bewusst in Kauf. "Wir haben junge Menschen, die bereit sind, ein Jahr schulischen oder universitären Erfolgs aufs Spiel zu setzen, weil die Lage im öffentlichen Bildungs- und Hochschulwesen so katastrophal ist, dass es Zeit für eine allgemeine Mobilisierung ist", sagte Moret.
Mobilisierung wird fortgesetzt
"Wir müssen unsere Mobilisierung fortsetzen, wenn wir weiterhin Gehör finden wollen", sagte ebenfalls der Vorsitzende der französischen Schülerorganisation "Renouveau Lycéen", Nathanaël Combary zu BFMTV. "Wir warten auf weitere Maßnahmen; ich denke dabei insbesondere an die Schaffung neuer Studienplätze im Hochschulbereich".
Nach wochenlangen Schulprotesten mit Demos und Blockaden vor Gymnasien hatte die Regierung am Montag mehr Geld, mehr Posten und ein Ende des umstrittenen Hochschulzulassungssystems Parcoursup angekündigt. Für die Instandsetzung von Gymnasien will der Staat bis 2030 vier Milliarden Euro an Krediten mit vergünstigtem Zinssatz für die Kommunen locker machen - für Universitäten soll eine Milliarde Euro bis 2029 für Renovierungen dazukommen. Hunderte Stellen von Lehrkräften sollen geschaffen und geplante Streichungen zurückgenommen werden, kündigte Bildungsminister Édouard Geffray an.
Schulprotest hält seit Wochen an - Demonstrationen eskalierten
Frankreichs Schülerinnen und Schüler beklagen marode Schulen und Lehrkräftemangel. Studierende schlossen sich dem Protest an. Immer wieder kam es am Rande friedlicher Demonstrationen zu Ausschreitungen und zahlreichen Festnahmen. Mitte Oktober eskalierten Proteste für bessere Lernbedingungen und gegen hohe Lebenskosten dann in mehreren französischen Städten. Neben Schülern und Studierenden hatten sich weitere Bevölkerungsgruppen dem Protest angeschlossen.
Die nun angekündigten erneuten Protestaktionen von Schülern und Studenten kommen zu den ohnehin bereits anstehenden Massendemonstrationen noch hinzu. Erneute Kundgebungen hat die Gelbwesten-Bewegung für diesen Samstag angekündigt, am Donnerstag kommender Woche soll es mit Unterstützung der Gewerkschaften ebenfalls landesweite Demonstrationen und einen Generalstreik geben.
