Schwerin: 370 Wohnungen und fast 150 Sozialwohnungen für die „Neue Mitte“
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deTrotz erheblicher finanzieller Herausforderungen treiben deutsche Kommunen die städtebauliche Entwicklung und die Schaffung neuen Wohnraums voran. Großprojekte in Schwerin und Gummersbach verdeutlichen, wie Städte trotz angespannter Haushaltslagen Millionenbeträge in Wohnviertel und die begleitende Infrastruktur investieren, um dem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und modernen Bildungseinrichtungen zu begegnen.
Großprojekt „Neue Mitte“ in Schwerin gestartet
In Schwerin markierte am 5. November 2026 der symbolische erste Spatenstich durch Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) und die Werkleiterin des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM), Dr. Valerie Elss, den Beginn für das Wohnquartier „Neue Mitte“ im Stadtteil Neu Zippendorf.
Auf dem rund 70.000 Quadratmeter großen Areal am Berliner Platz, gelegen zwischen Rostocker und Magdeburger Straße, hat die Erschließung begonnen. Das Gesamtvorhaben soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Die Federführung für das Projekt liegt beim ZGM, während die TuK Tief- und Kulturbau GmbH Schwerin mit den Arbeiten beauftragt wurde. Der erste Bauabschnitt umfasst den Ausbau der Rostocker und Magdeburger Straße, die Anlage eines nördlichen Fuß- und Radwegs sowie umfangreiche Kanal- und Tiefbauarbeiten. Für die Bauphase ist das Areal zwischen der Pankower und Rostocker Straße vollständig gesperrt.
Auf den bisherigen Brachflächen plant die Wohnungsbaugesellschaft Schwerin (WGS) den Bau von 370 neuen Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von etwa 100 Millionen Euro. Fast 150 Einheiten davon sind als Sozialwohnungen vorgesehen. Der Baubeginn für die drei-, vier- und sechsgeschossigen Wohngebäude ist für den Sommer 2027 avisiert.
Flankiert wird das Quartier durch den Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums für Gesundheit und Sozialwesen (RBB GeSo), das künftig mindestens 1.200 Auszubildenden Platz bieten soll.
In Schwerin beginnt die Erschließung eines rund 70.000 Quadratmeter großen Areals; auf den Brachflächen sind 370 Wohnungen mit etwa 100 Millionen Euro Investitionsvolumen vorgesehen, fast 150 davon als Sozialwohnungen. Wer solche kommunalen Großprojekte als Investment-Case prüfen will, braucht eine belastbare Struktur aus Quote, Förderlogik und Bauphasen. Kostenlosen Investment-Leitfaden anfordern
In diesen Komplex fließen rund 140 Millionen Euro, wovon das Land Mecklenburg-Vorpommern rund 103,5 Millionen Euro für das Bildungszentrum und weitere 6,1 Millionen Euro für eine Sporthalle beisteuert. Die Fertigstellung ist bis 2030 vorgesehen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll im Schweriner Süden zudem eine neue Sporthalle für Vereine entstehen.
Gummersbach forciert Projekte trotz Haushaltsdefizits
Auch die Stadt Gummersbach setzt auf eine expansive Baupolitik, obwohl der städtische Etat für das Jahr 2027 ein Defizit von 35 Millionen Euro ausweist. Dennoch sind für 2027 Bauauszahlungen in Höhe von 17 Millionen Euro eingeplant, nachdem das Volumen 2026 bei 15,2 Millionen Euro gelegen hatte.
Unter der Verantwortung von Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit und dem Technischen Beigeordneten Jürgen Hefner befinden sich rund 450 neue Wohnungen in der Projektierung.
Im Stadtteil Strombach entstehen auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule neue Wohneinheiten: Acht Grundstücke für Einfamilienhäuser sind bereits reserviert, der Baustart ist für den Zeitraum nach dem Winter vorgesehen. Zudem ist dort gemeinsam mit einem Investor eine Anlage mit bis zu 22 Wohnungen geplant.
Angespannte Kommunalhaushalte und lange Erschließungsphasen entscheiden darüber, ob ein Quartiersprojekt zum Renditetreiber oder zum Timing-Risiko wird — in Schwerin läuft die Erschließung bis Ende 2028, der Wohnungsbau soll ab Sommer 2027 starten. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Förderkulisse und Bauphasen vor der eigenen Kalkulation sauber einordnen. Leitfaden zu Förderung und Timing sichern
In der Innenstadt steht der Umbau der alten Tapetenfabrik an, in der über 90 Wohnungen entstehen sollen. Die ehemalige Polizeiwache an der Hindenburgstraße wird als Studentenwohnheim nachgenutzt, während auf dem Areal des alten Amtsgerichts das Neubauprojekt Franziskus-Karree vorbereitet wird.
Ergänzend investiert die Stadt in die soziale Infrastruktur im Ortsteil Bernberg. Dort ist der schlüsselfertige Neubau einer fünfzügigen Kindertagesstätte samt Familienzentrum für 7 Millionen Euro eingeplant. Direkt daneben entsteht ein Feuerwehrneubau, den die Kommune zunächst über einen Zeitraum von 30 Jahren anmietet und im Anschluss erwirbt.
