Schwimmbad-Sanierung, Bund

Schwimmbad-Sanierung: Bund bewilligt 250 Millionen Euro für Kommunen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 23:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Für die Bädersanierung stehen 250 Millionen Euro bereit; Kommunen beantragten rund 3,2 Milliarden Euro. Das Programm war damit etwa 13-fach überzeichnet.

Bund bewilligt 250 Millionen Euro für kommunale Schwimmbäder
Ein leeres, gefliestes städtisches Schwimmbecken in einem hellen, architektonisch schlichten Gebäude bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat weitreichende Finanzmittel für die Modernisierung der deutschen Bäderlandschaft freigegeben. Im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ wurden insgesamt 250 Millionen Euro an Bundesmitteln speziell für kommunale Schwimmbäder bewilligt. Die Gelder stammen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität.

Für den Zeitraum der Haushaltsjahre 2025 und 2026 stellt der Bundestag für das Gesamtprogramm kommunaler Sportstätten insgesamt 916 Millionen Euro bereit. Davon entfallen 250 Millionen Euro exklusiv auf den Bereich der Schwimmbäder.

Allein für den Bundeshaushalt 2026 sind Programmmittel in Höhe von 583 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Sportstätten vorgesehen, wobei auch hier die festgeschriebenen 250 Millionen Euro für die Bäderinfrastruktur enthalten sind.

Massive Überzeichnung des Förderprogramms

Die Nachfrage seitens der Kommunen übersteigt das verfügbare Budget deutlich. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bau, Stadt und Raumforschung (BBSR) gingen bis zum Ende der Bewerbungsfrist im Juni 2026 bundesweit rund 960 Projektskizzen ein. Das damit beantragte Fördervolumen belief sich auf etwa 3,2 Milliarden Euro. Damit war das Programm rund 13-fach überzeichnet. Andere Erhebungen nannten in diesem Zusammenhang Zahlen von 939 beziehungsweise 942 eingereichten Interessenbekundungen.

Angesichts dieser hohen Antragsdichte konnten nur ausgewählte Projekte berücksichtigt werden. Der Sanierungsbedarf in den deutschen Kommunen liegt laut Expertenberichten insgesamt im Bereich mehrerer Milliarden Euro, weshalb zahlreiche Antragsteller bei der aktuellen Vergabe leer ausgingen.

Regionale Verteilung der Fördermittel

Die bewilligten Mittel verteilen sich auf zahlreiche Einzelprojekte im gesamten Bundesgebiet. In Sachsen werden Sanierungsvorhaben in Leipzig, Dresden und Gohrisch mit insgesamt 8,54 Millionen Euro unterstützt. Davon entfallen 5,04 Millionen Euro auf die Schwimmhalle West in Leipzig und 2,5 Millionen Euro auf einen Ersatzneubau in Dresden-Klotzsche.

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In Sachsen-Anhalt erhalten drei Projekte zusammen mehr als 6,4 Millionen Euro, unter anderem für Vorhaben in Gräfenhainichen und Merseburg. Ein separates Großprojekt betrifft das nationale Schwimmsportzentrum Magdeburg, an dem sich der Bund mit knapp 23 Millionen Euro beteiligt, was einem Kostenanteil von 45 Prozent entspricht.

In Schleswig-Holstein werden acht Schwimmbad-Projekte mit zusätzlichen 5,9 Millionen Euro gefördert, wovon unter anderem Grömitz und Lauenburg profitieren. In der Region Ostwestfalen-Lippe bewilligte der Ausschuss rund 9,8 Millionen Euro für fünf Bäder, etwa in Löhne und Rahden. Zusammen mit bereits im April 2026 geförderten Maßnahmen werden dort aktuell 13 Projekte mit rund 19 Millionen Euro unterstützt.

Einzelbewilligungen für Kommunen

Auch zahlreiche Städte in anderen Bundesländern erhielten positive Bescheide:
- Die Stadt Trier erhält 3.500.000 Euro für den Ersatzneubau des Hallenbades an den Kaiserthermen, da eine Sanierung des fast 100 Jahre alten Standorts als unwirtschaftlich gilt.
- In Worms fließen 1.032.188 Euro in die Modernisierung des Heinrich-Völker-Hallenbades.
- Das Marienbad in Brandenburg an der Havel wird mit 1.051.086 Euro gefördert.
- Die Gemeinde Rastede kann mit rund 1 Million Euro für die energetische Sanierung ihres Hallenbades planen.
- Für das Freibad in Bergneustadt wurden 777.136 Euro bewilligt.
- Die Stadt Weißenhorn erhält 729.495 Euro für die Sanierung einer derzeit geschlossenen Kleinschwimmhalle.
- Weitere Mittel gehen nach Schwandorf (720.000 Euro) und Bad Orb (600.000 Euro).

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Die geförderten Maßnahmen umfassen häufig energetische Erneuerungen der Gebäudehüllen, die Modernisierung technischer Anlagen sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit, um die Betriebskosten der Anlagen langfristig zu senken und die Klimaziele des Bundes zu unterstützen.

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