Selbstständige in der Krise: Geschäftsklimaindex fällt auf -29,9
30.05.2026 - 09:33:24 | boerse-global.deDer Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für diese Branche fiel im April auf -29,9 Punkte – ein deutlicher Rückgang gegenüber den -20,8 Punkten im März. Noch düsterer fallen die Erwartungen aus: Der Index für die Geschäftsaussichten sank auf -36,2 Punkte.
Mehr als 20 Prozent der Selbstständigen sehen ihre Existenz mittlerweile als bedroht an – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung. ifo-Expertin Katrin Demmelhuber macht dafür mehrere Faktoren verantwortlich: Vor allem der massive Auftragsmangel bereitet Sorgen. Knapp die Hälfte der Befragten (48,4 Prozent) klagt über fehlende Orders. Hinzu kommt die wachsende Verunsicherung durch geopolitische Krisen. Besonders hart trifft es den Dienstleistungssektor und den Einzelhandel.
Haftungsfallen für GmbH-Geschäftsführer
Anzeige: Der Geschäftsklimaindex für Selbstständige fiel im April auf -29,9 – mehr als 20 Prozent sehen ihre Existenz bedroht. Wer jetzt seine Haftungsrisiken nicht prüft, zahlt später drauf. Dieser Report zeigt, wie Sie als GmbH-Geschäftsführer oder GbR-Gesellschafter Ihr Privatvermögen schützen. Jetzt kostenlosen Haftungs-Check anfordern
Viele Gründer wählen die GmbH als Rechtsform, um ihr persönliches Risiko zu begrenzen. Doch absolute Sicherheit bietet auch diese Konstruktion nicht, wie aktuelle rechtliche Bewertungen zeigen. Zwar haften die Gesellschafter einer GmbH grundsätzlich nur mit ihrer Einlage. Der Geschäftsführer kann jedoch in mehreren Fällen persönlich zur Kasse gebeten werden: bei nicht abgeführten Steuern, verspäteten Insolvenzanträgen oder unternehmerischen Entscheidungen ohne ausreichende Tatsachengrundlage.
Die beste Verteidigung gegen solche Haftungsansprüche? Sorgfältige Dokumentation. Wer nachweisen kann, dass er alle Entscheidungen auf fundierter Basis getroffen hat, steht rechtlich auf sichererem Boden.
GbR-Gesellschafter haften mit Privatvermögen
Noch direkter trifft es diejenigen, die als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) firmieren. Bei einer sogenannten Außen-GbR haften alle Gesellschafter persönlich und unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. Vertragliche Haftungsbeschränkungen sind zwar möglich, werden aber im Steuerrecht oft nicht anerkannt – etwa bei der Frage, ob Verlustverrechnungsbeschränkungen greifen.
Für steuerliche Zwecke kommt es darauf an, ob die Haftung eines Gesellschafters mit der eines Kommanditisten vergleichbar ist. Entscheidend ist das tatsächliche Risiko, aufgrund der Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen zu werden.
Die Genossenschaft: Ein unterschätztes Modell
In Österreich hat sich die Genossenschaft als Rechtsform etabliert, die hierzulande oft übersehen wird. Sie agiert als juristische Person mit dem Ziel, ihre Mitglieder zu fördern – nicht Gewinne zu maximieren. Ein entscheidender Vorteil: Es ist kein Mindestkapital erforderlich. Genossenschaften sind vor allem im Wohnungs-, Energie- und Kreditsektor verbreitet. Seit kurzem ist es auch möglich, bestehende Vereine in Genossenschaften umzuwandeln.
Versteckte GewinnausschĂĽttungen: Das Finanzamt schaut genau hin
Aktualisierte Richtlinien zum Körperschaftsteuergesetz (KStG) aus dem Jahr 2025 machen deutlich: Verdeckte Gewinnausschüttungen bleiben ein heißes Thema. Sie liegen vor, wenn ein Gesellschafter einen Vorteil von seiner Firma erhält – etwa Dienstleistungen zu einem reduzierten Preis – den ein unabhängiger Dritter nicht bekommen hätte.
In solchen Fällen bemisst sich der Wert der Ausschüttung danach, was ein gewissenhafter Geschäftsführer einem fremden Dritten in Rechnung gestellt hätte. Wer hier schludert, riskiert Nachzahlungen und Ärger mit dem Finanzamt.
Digitale Fallstricke: Musik in Social Media wird teuer
Neben strukturellen Haftungsfragen lauern zunehmend Gefahren im digitalen Raum. Rechtsanwälte berichten von einer Welle an Abmahnungen wegen der Nutzung von Musik in Social-Media-Beiträgen. Besonders betroffen: kleine Unternehmen und Influencer auf Instagram, TikTok und Facebook.
Das Problem: Wer lizenzierte Musik in kommerziellen Inhalten verwendet, benötigt die entsprechenden Nutzungsrechte. Viele unterschätzen diese Anforderung – und zahlen drauf.
Neue Fristen: KRITIS-Dachgesetz und KI-Regulierung
Zwei wichtige regulatorische Deadlines rücken näher. Nach dem KRITIS-Dachgesetz müssen betroffene Einrichtungen bis zum 17. Juli 2026 beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) registriert sein. Ziel ist die Sicherstellung physischer Schutzstandards.
Parallel dazu wird die Bundesnetzagentur zur zentralen Aufsichtsbehörde für Künstliche Intelligenz. Die Durchsetzung der Regulierung für allgemeine KI-Systeme soll ab August 2026 beginnen.
Anzeige: Abmahnungen wegen Musik in Social Media nehmen zu – besonders kleine Unternehmen sind betroffen. Wer lizenzierte Musik in kommerziellen Beiträgen nutzt, braucht die richtigen Rechte. Unser Report verrät, welche 3 Fallen lauern und wie Sie sie umgehen. Social-Media-Abmahnfallen vermeiden
Kölner Gastro-Insolvenz als Mahnung
Dass diese Entwicklungen keine abstrakten Theorien sind, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Köln. Ein bekanntes Restaurant musste Insolvenz anmelden. Steigende Energie-, Personal- und Materialkosten hatten das etablierte Unternehmen in die Krise getrieben. Es versucht nun, sich in einem vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren zu restrukturieren.
Die Botschaft ist klar: Selbst langjährig erfolgreiche Betriebe sind nicht immun gegen die aktuellen wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen. Gründliche Planung und rechtliche Vorsorge werden für Selbstständige und Unternehmer zunehmend überlebenswichtig.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂĽr. Immer. Kostenlos.
