Seltene, Erden

Seltene Erden: China deutet EU schnellere Genehmigungen an

Veröffentlicht: 07.06.2025 um 11:26 Uhr, dpa.de

Firmen weltweit sorgen sich um die Versorgung mit seltenen Erden aus dem Monopol-Land China. Zumindest fĂŒr die EU deutet Peking ein Entgegenkommen an - aber nicht ohne Gegenleistung.

  • Chinas Handelsminister erklĂ€rte, die Bedenken der EU ernst zu nehmen. (Archivbild)  - Bild: Johannes Neudecker/dpa
    Chinas Handelsminister erklÀrte, die Bedenken der EU ernst zu nehmen. (Archivbild) - Bild: Johannes Neudecker/dpa
  • US-PrĂ€sident Donald Trump ist nicht danach, sich mit Tech-MilliardĂ€r Elon Musk zu versöhnen. - Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
    US-PrÀsident Donald Trump ist nicht danach, sich mit Tech-MilliardÀr Elon Musk zu versöhnen. - Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Chinas Handelsminister erklÀrte, die Bedenken der EU ernst zu nehmen. (Archivbild)  - Bild: Johannes Neudecker/dpa US-PrÀsident Donald Trump ist nicht danach, sich mit Tech-MilliardÀr Elon Musk zu versöhnen. - Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

China hat in Aussicht gestellt, AntrĂ€ge europĂ€ischer Firmen auf den Export seltener Erden schneller zu bearbeiten. Bei einem Treffen mit EU-Handelskommissar Maros Sefcovic in Paris unter der Woche habe Chinas Handelsminister Wang Wentao gesagt, die Volksrepublik messe den Bedenken der EuropĂ€er große Wichtigkeit bei, erklĂ€rte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking laut Mitteilung. 

China sei bereit, einen «grĂŒnen Kanal» fĂŒr AntrĂ€ge, welche die Bedingungen erfĂŒllten, einzurichten, um die PrĂŒfung zu beschleunigen. Wang hoffe im Gegenzug, dass die europĂ€ische Seite Maßnahmen ergreife, damit der Handel von Hightech-Produkten mit China einfacher erfolge, sagte der Sprecher. 

Industrie warnt vor Folgen

Peking hatte Anfang April im Zollstreit mit den USA sieben seltene Erden und daraus gefertigte Magnete mit Ausfuhrkontrollen belegt. Die Folge: Unternehmen mussten sich den Export dieser fĂŒr Elektromotoren oder Sensoren dringend benötigen Rohstoffe mit aufwendigen AntrĂ€gen genehmigen lassen. 

Die EinschrĂ€nkung bereitete Firmen weltweit, etwa in Europa und den USA, große Sorgen. In Peking erklĂ€rte die EU-Handelskammer, dass ihre Mitgliedsfirmen zuletzt etwas mehr Lizenzen erteilt bekamen. 

Die deutsche Industrie warnte unterdessen erneut vor Produktionsstopps. «Uns droht eine Metallkrise, Ă€hnlich wie die Energiekrise 2022, als Russland kein Gas mehr lieferte», sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Wolfgang Niedermark, dem «Spiegel». Besonders betroffen seien die Autoindustrie, der Maschinen- und An­lagenbau sowie Energie- und Verteidigungstechnologien: «Bei E-Motoren, Robotik oder Drohnen ist die ImportabhĂ€ngigkeit nicht nur hoch, sondern systemkritisch.»

Schlagabtausch zwischen USA und China

Der Zugang zu seltenen Erden dĂŒrfte auch beim geplanten HandelsgesprĂ€ch der USA und China am Montag in London ein wichtiges Thema sein. Das Treffen hatte US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigt. Aus Peking lag zunĂ€chst keine BestĂ€tigung dafĂŒr vor. 

Trump hatte versichert, dass China die Lieferung seltener Erden wieder aufnehmen werde. Die Volksrepublik ist ein Hauptverarbeiter der Metalle, aber bei Hightech-Produkten wie bestimmte AusrĂŒstungen fĂŒr Flugzeuge oder Chip-Design-Software vom Ausland abhĂ€ngig. Zum Ärger Pekings hatten die USA unlĂ€ngst den Export dieser Technologie nach China eingeschrĂ€nkt.

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