Sicherheitsmonitor 2026: 45 Prozent der Unternehmen von Einbrüchen betroffen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zum Auftakt der Fachmesse Security Essen ist der Sicherheitsmonitor 2026 vorgestellt worden. Die durch den VDMA Fachverband Sicherheitssysteme, die VdS Schadenverhütung und die Messe Essen initiierte Untersuchung basiert auf einer Befragung durch das Institut INSA Consulere.
Im Zeitraum vom 9. bis zum 20. Juli 2026 wurden hierfür 4.000 Privatpersonen sowie 1.000 Unternehmensvertreter in Deutschland zu ihrer Sicherheitssituation und ihrem Empfinden befragt. Die Ergebnisse zeigen eine Zunahme physischer Delikte und ein steigendes Bedürfnis nach zertifizierter Sicherheitstechnik.
Erhöhte Einbruchszahlen im gewerblichen Sektor
Die Erhebung verdeutlicht eine verschärfte Gefährdungslage für die deutsche Wirtschaft. Demnach waren 45 % der befragten Unternehmen innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen. Dies entspricht einer Steigerung um 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Parallel zu dieser Entwicklung bewerten 42 % der Unternehmen die aktuelle Einbruchsgefahr als hoch.
In der Folge planen viele Betriebe, ihre Sicherheitsvorkehrungen in den kommenden zwölf Monaten zu verstärken. Bei den Investitionsabsichten stehen Sicherheitskameras mit 29 % an erster Stelle.
Dahinter folgen Investitionen in Einbruchmeldetechnik (16,3 %) sowie Schließsysteme und zusätzliche Türsicherungen, die von jeweils 15,5 % der Unternehmen genannt wurden. Ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Technik ist die Qualitätssicherung: Für 29 % der Unternehmen stellt eine unabhängige Zertifizierung das wichtigste Kaufkriterium dar.
Wer sich mit dem Schutz des eigenen Betriebs befasst, muss neben physischen Barrieren auch die rechtliche Absicherung im Blick behalten. Dieser kostenlose Report liefert bewährte Hilfsmittel und Checklisten für die Gefährdungsbeurteilung, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Rechtssichere GBU-Vorlagen jetzt kostenlos herunterladen
Wachsendes Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung
Auch im privaten Bereich ist eine Sensibilisierung für Sicherheitsfragen feststellbar. Laut der Befragung weisen 78 % der Deutschen ein starkes Sicherheitsbedürfnis auf. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen; im Jahr 2024 lag er noch bei 73 %, im darauffolgenden Jahr 2025 bei 77 %. Tatsächlich waren 13 % der Privatpersonen binnen der letzten zwei Jahre mindestens einmal von einem Einbruch betroffen.
Nahezu neun von zehn Privatpersonen haben bereits mindestens eine Maßnahme zum Einbruchschutz umgesetzt. Ähnlich wie im unternehmerischen Umfeld gewinnt die unabhängige Zertifizierung an Bedeutung: Für 38 % der Privatpersonen ist sie mittlerweile das wichtigste Entscheidungskriterium beim Erwerb von Sicherheitstechnik.
Für den öffentlichen Raum artikulierten die Befragten klare Wünsche zur Steigerung des Sicherheitsgefühls. Genannt wurden hier vor allem eine gute Beleuchtung (57 %), eine höhere Polizeipräsenz (45 %), verstärkte Videoüberwachung (39 %) sowie der Einsatz von Sicherheitskräften (38 %).
Viele Unternehmen machen unbewusst Fehler bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung, was im Schadensfall teuer werden kann. Ein kostenloser Fachbericht zeigt Verantwortlichen, wie sie Zeit sparen und rechtliche Risiken durch behördenkonforme Vorlagen vermeiden. Kostenlose Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung sichern
Skepsis beim Schutz kritischer Infrastrukturen
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung betrifft die Sicherheit staatlicher und systemrelevanter Einrichtungen. Hier zeigt sich ein deutliches Misstrauen in der Bevölkerung und der Wirtschaft. 60 % der Privatpersonen bewerten den Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) vor Sabotage, kriegerischen Auseinandersetzungen oder großflächigen Ausfällen als mittelmäßig bis sehr schlecht.
Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Erwartungen der Wirtschaft wider. 30 % der befragten Unternehmen sehen in einem verbesserten staatlichen Schutz der KRITIS-Sektoren eine notwendige Ergänzung zu ihren eigenen Schutzmaßnahmen. Damit rückt die Resilienz öffentlicher Strukturen stärker in den Fokus der betrieblichen Sicherheitsplanung.
