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Strompreise gefĂ€hrden die Industrie: UnabhĂ€ngiger Energieberater erklĂ€rt, wo die grĂ¶ĂŸten Sparhebel liegen

23.06.2026 - 09:56:30 | presseportal.de

Siegen - Hohe Strompreise belasten viele Unternehmen erheblich. Maschinen laufen, aber die Rechnung frisst den Gewinn. Wo lÀsst sich ansetzen, wenn jede Kilowattstunde mehr kostet als gestern? StromvertrÀge sind oft undurchsichtig, und genau das wird zum Problem.

Strompreise gefĂ€hrden die Industrie: UnabhĂ€ngiger Energieberater erklĂ€rt, wo die grĂ¶ĂŸten Sparhebel liegen - Bild: presseportal.de
Strompreise gefĂ€hrden die Industrie: UnabhĂ€ngiger Energieberater erklĂ€rt, wo die grĂ¶ĂŸten Sparhebel liegen - Bild: presseportal.de

Die meisten Unternehmen zahlen zu viel, ohne es zu merken. Sie schauen nur auf den Arbeitspreis und prĂŒfen den Rest ihrer Rechnung und der VertrĂ€ge nicht systematisch. Vom Handwerksbetrieb bis zum Industriestandort gilt: Wer Vertrag, Abrechnung und Lastprofil systematisch prĂŒft, senkt seine Energiekosten oft um 10 bis 20 Prozent und holt BetrĂ€ge aus den vergangenen Jahren rĂŒckwirkend zurĂŒck. In diesem Beitrag erfahren Sie, wo die grĂ¶ĂŸten Hebel liegen und warum sich der Markt gerade jetzt bewegt.

Warum viele Unternehmen zu viel zahlen

Oft richtet sich der Blick nur auf eine Zahl: den Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Damit bleibt ein großer Teil der tatsĂ€chlichen Kosten außen vor. Über die Stromrechnung entscheiden mehrere Faktoren zugleich: Vertragsstruktur, Leistungspreis, Netzentgelte, nicht genutzte Stromsteuererstattungen, fehlerhafte Abrechnungspositionen und mögliche Reduzierungen nach Paragraf 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV).

DafĂŒr gibt es vor allem zwei GrĂŒnde. Zum einen ist das Thema rechtlich und regulatorisch komplex, zum anderen fehlt im TagesgeschĂ€ft oft die Zeit, Energierechnungen systematisch zu prĂŒfen oder VertrĂ€ge genau zu lesen. Solange das nicht geschieht, bleiben Mehrkosten unsichtbar – bezahlt werden sie trotzdem Monat fĂŒr Monat.

Typische Fehler bei StromvertrÀgen

Beim Abschluss oder bei der VerlÀngerung von StromvertrÀgen zeigen sich immer wieder dieselben Muster. Ein hÀufiger Fehler ist das Stichtagsdenken: Der gesamte Jahresbedarf wird an nur einem Termin festgelegt, oft genau dann, wenn der alte Vertrag endet. Damit liegt das gesamte Preisrisiko auf einem einzigen Tag.

Ebenso verbreitet ist die stillschweigende VerlĂ€ngerung beim bisherigen Versorger – hĂ€ufig aus Bequemlichkeit oder weil intern die KapazitĂ€t fĂŒr einen echten Marktvergleich fehlt. Hinzu kommt die starke Fixierung auf den Arbeitspreis, ohne die Klauseln dahinter zu prĂŒfen. Dazu zĂ€hlen etwa Preisanpassungsmechanismen, Mehr- und Mindermengen, SonderkĂŒndigungsrechte oder automatische VerlĂ€ngerungen.

Auch das Abwarten in volatilen Marktphasen wird oft zum Problem. Wer auf bessere Preise hofft, ohne den Markt laufend zu beobachten, verpasst hĂ€ufig gĂŒnstige Einkaufsfenster.

Drei Stellschrauben mit schneller Wirkung

Wer kurzfristig handeln will, kann an drei Punkten ansetzen. Erstens: die strukturierte RechnungsprĂŒfung. Falsch ausgewiesene Umlagen, doppelte Positionen, zu hohe Netzentgelte oder fehlerhafte ZĂ€hlerstĂ€nde kommen regelmĂ€ĂŸig vor. Eine gezielte PrĂŒfung deckt solche Fehler auf und kann sowohl kĂŒnftige als auch rĂŒckwirkende Korrekturen ermöglichen.

Zweitens lohnt sich eine Lastganganalyse. Der Lastgang zeigt den zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs. Anhand der vorhandenen Messwerte lÀsst sich oft schnell erkennen, wo Lastspitzen entstehen und welche sich ohne Eingriff in die Produktion senken lassen. Das kann den Leistungspreis deutlich reduzieren.

Drittens sollten Betriebe mögliche ErstattungsansprĂŒche aus der Vergangenheit prĂŒfen. Dazu gehören Reduzierungen der Netzentgelte nach Paragraf 19 StromNEV bei atypischer Netznutzung oder mehr als 7.000 Benutzungsstunden sowie Stromsteuererstattungen fĂŒr das produzierende Gewerbe nach Paragraf 9b des Stromsteuergesetzes. Je nach Verbrauchsmenge kann es dabei um hohe vierstellige bis fĂŒnfstellige BetrĂ€ge pro Jahr gehen.

Einkaufsstrategie und Vertragsstruktur als Hebel

Eine durchdachte Einkaufsstrategie verteilt den Jahresbedarf auf mehrere Tranchen, die zeitlich gestaffelt eingekauft werden. Dadurch sinkt das Risiko, den gesamten Bedarf an einem ungĂŒnstigen Zeitpunkt festzulegen.

ErgĂ€nzend kann ein Anteil ĂŒber den Spotmarkt beschafft werden. So lassen sich kurzfristige Markttiefs nutzen, ohne sich vollstĂ€ndig dem Markt auszusetzen. Entscheidend ist dabei weniger der perfekte Tiefpunkt als eine laufende Marktbeobachtung und das Nutzen gĂŒnstiger Einkaufsfenster.

Auch die Vertragsstruktur spielt eine zentrale Rolle. Klauseln zu Preisanpassungen, Indexbindungen, SonderkĂŒndigungsrechten oder Mehr- und Mindermengen entscheiden oft darĂŒber, wie teuer ein Vertrag am Ende wirklich wird. Ein vermeintlich gĂŒnstigerer Arbeitspreis kann sich schnell als Nachteil erweisen, wenn die ĂŒbrigen Regeln Risiken einseitig auf das Unternehmen verlagern.

In drei Schritten zur klaren Energiesituation

Wer seine Lage prĂŒfen und sich besser absichern will, sollte in drei Schritten vorgehen. Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Dazu gehören der aktuelle Vertrag mit allen Laufzeiten und Klauseln, die letzten Energierechnungen und der Lastgang. HĂ€ufig zeigt sich erst dann, dass die nĂ€chste VerlĂ€ngerung kurz bevorsteht oder mögliche Erstattungen bald verfallen.

Danach folgt die PrĂŒfung möglicher AnsprĂŒche aus der Vergangenheit. RechnungsprĂŒfung, Netzentgelt-Reduzierungen und Stromsteuererstattungen können hier besonders relevant sein. Oft liegen genau an dieser Stelle die grĂ¶ĂŸten kurzfristig realisierbaren Einsparungen.

Im dritten Schritt wird die Beschaffungsstrategie fĂŒr den nĂ€chsten Vertrag aufgesetzt – etwa mit Tranchenmodell, Spotmarktanteil und passender Laufzeitstruktur. Wer diese Schritte geht, schafft Transparenz, reduziert unnötige Kosten und bereitet sich besser auf kommende Marktbewegungen vor.

Über den BVGE:

Der BVGE ist Deutschlands grĂ¶ĂŸte unabhĂ€ngige Einkaufsgemeinschaft fĂŒr gewerbliche Energienutzer. Mit ĂŒber 2.740 Unternehmen und ein Netzwerk aus mehr als 60 Energielieferanten bĂŒndelt der Verband die Nachfrage seiner Mitglieder und vertritt deren Interessen. Als unabhĂ€ngiger Full-Service-Partner unterstĂŒtzt er seine Kunden von der Energiebeschaffung bis zu regulatorischen Anforderungen. Grundlage sind NeutralitĂ€t, Fachwissen und ĂŒber 12 Jahre Erfahrung in der gewerblichen Energiebeschaffung. Weitere Informationen unter: https://bvge-consulting.de/

Pressekontakt:

BVGE Consulting GmbH
Vertreten durch: Julian Rosenthal und Christian Bauer
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