Siemens-Betriebsrat: Kaeser-Abspaltungen waren ein Fehler
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Siemens, Tobias BĂ€umler, hat die strategische Ausrichtung des Konzerns in den vergangenen Jahren einer kritischen Bewertung unterzogen. In einem Interview mit der Welt am Sonntag Mitte August bezeichnete er die unter der FĂŒhrung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser vollzogenen Abspaltungen wesentlicher Konzernteile als einen Fehler.
Kritik an der Strategie der Ăra Kaeser
Im Zentrum der Kritik stehen die weitreichenden StrukturverÀnderungen, die Siemens im Zeitraum zwischen 2018 und 2020 vornahm. Unter der Leitung des damaligen CEO Joe Kaeser wurden die Medizintechniksparte Siemens Healthineers sowie das EnergiegeschÀft Siemens Energy aus dem Konzernverbund gelöst und als eigenstÀndige Unternehmen an die Börse gebracht.
BĂ€umler bewertete diese Schritte rĂŒckblickend negativ fĂŒr die Gesamtstruktur des Unternehmens. Damit distanziert sich die Arbeitnehmervertretung deutlich von der damaligen Strategie, durch die Trennung von Kernbereichen die FlexibilitĂ€t und den Börsenwert der einzelnen Einheiten zu steigern.
UnterstĂŒtzung fĂŒr den KI-Kurs von Roland Busch
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Im Gegensatz zur Kritik an der Vergangenheit signalisierte der Gesamtbetriebsratschef UnterstĂŒtzung fĂŒr den aktuellen Kurs des amtierenden Vorstandsvorsitzenden Roland Busch. Dieser treibt derzeit eine umfassende Neuausrichtung voran, die das Ziel verfolgt, Siemens technologisch auf Anwendungen der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI) zu fokussieren.
BĂ€umler erklĂ€rte, dass er den KI-fokussierten Umbau des Unternehmens befĂŒrworte. Nach seiner EinschĂ€tzung liegt der wesentliche Zweck der aktuellen Transformation darin, das Unternehmen âKI-fitâ zu machen und es damit fĂŒr die kommenden technologischen Herausforderungen im industriellen Sektor zu rĂŒsten.
Forderung nach Transparenz bei der Umsetzung
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Obwohl der Gesamtbetriebsrat die inhaltliche Richtung des aktuellen Wandels mittrĂ€gt, stellt die Arbeitnehmervertretung klare Bedingungen fĂŒr den weiteren Prozess. BĂ€umler forderte eine hohe Transparenz bei der praktischen Umsetzung der von Roland Busch geplanten MaĂnahmen.
Die Transformation des Konzerns mĂŒsse fĂŒr die Belegschaft nachvollziehbar und offen gestaltet werden. Damit unterstreicht der Betriebsrat seine Erwartung, bei der Ausgestaltung des KI-fokussierten Wandels eng eingebunden zu werden, um die Interessen der Mitarbeiter im Rahmen der technologischen Modernisierung zu wahren. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Konzernleitung auf diese Forderungen nach mehr Offenheit im laufenden Umbauprozess reagieren wird.
