Siemens-Betriebsrat, Abspaltung

Siemens-Betriebsrat kritisiert Abspaltung von Energy als Fehler

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens-Betriebsratschef BĂ€umler kritisiert die Abspaltung von Energy und Healthineers als strategischen Fehler, unterstĂŒtzt aber den aktuellen Fokus auf Digitalisierung und KI.

Siemens-Betriebsrat: Abspaltungen von Energy und Healthineers waren Fehler
Ein Blick durch eine große Glasscheibe in eine moderne Industriehalle, die eine Arbeitsumgebung im Bereich der Energietechnik symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

In einer aktuellen Bewertung der Konzernstrategie hat der Siemens-Gesamtbetriebsratschef Tobias BĂ€umler Mitte August die weitreichenden Unternehmensabspaltungen der vergangenen Jahre kritisiert. RĂŒckblickend bezeichnete die Arbeitnehmervertretung die unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser vollzogenen Trennungen von Siemens Healthineers und Siemens Energy als strategische Fehlentscheidungen.

Kritik an der Ära Kaeser und entgangenes Wertpotenzial

Wie Tobias BĂ€umler am 15. August ausfĂŒhrte, hĂ€tten sich die beiden mittlerweile eigenstĂ€ndigen Unternehmen am Markt hervorragend entwickelt. Aus Sicht des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden wĂ€re der Siemens-Mutterkonzern heute wertvoller, wenn diese Sparten weiterhin integraler Bestandteil des Portfolios geblieben wĂ€ren.

Die Strategie der Aufspaltung, die maßgeblich durch den frĂŒheren Konzernchef Joe Kaeser vorangetrieben worden war, habe demnach langfristige Wachstumspotenziale des Gesamtunternehmens geschmĂ€lert.

BÀumler prÀzisierte seine Kritik am 16. August mit Blick auf die Energietechniksparte. Er betonte, dass Siemens Energy dem Mutterkonzern heute fehle. Das Unternehmen profitiert nach EinschÀtzung von Marktbeobachtern derzeit massiv von der globalen Energiewende sowie dem notwendigen Ausbau der Stromnetze. Diese positive Marktentwicklung komme nun nicht mehr unmittelbar der Siemens AG zugute.

Aktuelle Marktdaten und Kursentwicklungen

Die Relevanz der betroffenen Unternehmen spiegelt sich auch in den aktuellen Börsendaten wider. Am 16. August notierte die Aktie der Siemens AG bei 284,00 Euro, was einem leichten RĂŒckgang von 0,04 % entsprach. Parallel dazu wurde der Wert an anderen HandelsplĂ€tzen mit 283,90 Euro gefĂŒhrt, ein minimales Plus von 0,02 %.

Gleichzeitig verzeichnete das abgespaltene Unternehmen Siemens Energy eine positive Entwicklung an der Börse. Die Aktie von Siemens Energy notierte am 16. August bei 160,66 Euro, was einem Zuwachs von 0,02 % entsprach. Diese Zahlen unterstreichen die solide Marktposition der ehemaligen Konzernbereiche, auf die sich BĂ€umler in seiner Argumentation stĂŒtzte.

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UnterstĂŒtzung fĂŒr die aktuelle strategische Ausrichtung

Trotz der deutlichen Kritik an den vergangenen Strukturmaßnahmen signalisierte der Gesamtbetriebsratschef am 16. August UnterstĂŒtzung fĂŒr den derzeitigen Kurs der Konzernleitung. Er lobte die aktuelle Ausrichtung von Siemens, die verstĂ€rkt auf die Zukunftsfelder Digitalisierung, Automatisierung und KĂŒnstliche Intelligenz setzt.

BĂ€umler zufolge stellt dieser Fokus den richtigen Weg dar, um die WettbewerbsfĂ€higkeit des verbliebenen KerngeschĂ€fts zu sichern. WĂ€hrend die Abspaltungen von Energy und Healthineers als historische Fehler gewertet werden, scheint die aktuelle Transformation des Unternehmens in Richtung eines fokussierten Technologiekonzerns auf Zustimmung bei der Arbeitnehmervertretung zu stoßen. Damit bleibt die Debatte um die optimale Konzernstruktur ein zentrales Thema im VerhĂ€ltnis zwischen Management und Belegschaft bei Siemens.

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