Sitzverhalten: Studierende verbringen tÀglich 634 Minuten im Sitzen
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Untersuchung der National University of Singapore widerlegt das gÀngige Bild vom aktiven Alltag junger Menschen. Wie eine im Fachjournal BMC Medicine veröffentlichte Untersuchung zeigt, verbringen Studierende deutlich mehr Zeit im Sitzen und sind körperlich inaktiver als Àltere Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von rund 74 Jahren.
Die Resultate stellen die weitverbreitete Annahme infrage, dass gesundheitsschÀdliche BewegungsmÀngel und langes Sitzen primÀr PhÀnomene des spÀteren Lebensalters sind.
Wearable-Daten von knapp 2.000 Teilnehmenden
FĂŒr die Untersuchung griff das Forschungsteam der National University of Singapore auf sensorbasierte Messungen zurĂŒck. Ăber einen Zeitraum von vier Wochen analysierten die Wissenschaftler die Daten tragbarer GerĂ€te von insgesamt 1.967 Personen.
Die Stichprobe unterteilte sich in 500 Studierende, 437 BerufstĂ€tige sowie 1.030 Ă€ltere Erwachsene. Durch den Einsatz der MessgerĂ€te lieĂ sich das tĂ€gliche Bewegungsverhalten objektiv erfassen, anstatt sich auf fehleranfĂ€llige SelbstauskĂŒnfte der Probanden zu verlassen.
Deutliche Unterschiede bei Sitzdauer und Schlafdauer
Die Auswertung der Messwerte verdeutlicht das AusmaĂ der InaktivitĂ€t bei den jĂŒngeren Teilnehmenden. Die Studierenden kamen auf durchschnittlich rund 634 Minuten sedentĂ€re Zeit pro Tag. Bei den Ă€lteren Teilnehmern lag dieser Wert hingegen bei rund 501 Minuten tĂ€glich. Damit verbrachten die Studierenden ĂŒber zwei Stunden mehr pro Tag in sitzender oder liegender Haltung.
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Neben der höheren Sitzzeit wiesen die Studenten auch eine geringere GesamtaktivitĂ€t auf und verzeichneten einen etwas kĂŒrzeren Schlaf als die Senioren. Die Gruppe der 437 berufstĂ€tigen Erwachsenen bewegte sich bei den meisten gemessenen Parametern im Mittelfeld zwischen den Studierenden und den Ă€lteren Erwachsenen.
Umfeld und Studienalltag als Haupttreiber
Die Autoren der Studie betonen, dass das ausgeprĂ€gte Sitzverhalten der Studierenden nicht auf persönliche TrĂ€gheit zurĂŒckzufĂŒhren sei. Vielmehr seien die Rahmenbedingungen der universitĂ€ren und privaten Umgebung ausschlaggebend. Der Alltag an Hochschulen werde maĂgeblich durch lange Phasen des Sitzens in Vorlesungen, umfangreiche Selbstlernzeiten, Computerarbeit sowie die Nutzung von Smartphones geprĂ€gt.
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Das Ergebnis kehrt die bisherige EinschÀtzung um, wonach gravierende Sitzprobleme und Bewegungsdefizite vor allem mit fortschreitendem Alter oder dem Eintritt in das spÀtere Rentenalter einhergehen. Die Daten legen nahe, dass ergonomische Risiken und körperliche InaktivitÀt bereits zu Beginn des Erwachsenenlebens im tertiÀren Bildungsbereich ein kritisches Niveau erreichen.
FĂŒr PrĂ€ventionsmaĂnahmen im betrieblichen und universitĂ€ren Gesundheitsmanagement unterstreicht dies die Notwendigkeit, bewegungsfördernde Strukturen schon wĂ€hrend der akademischen Ausbildung fest zu verankern.
