Soja-Lieferketten, Rückverfolgbarkeit

Soja-Lieferketten: Rückverfolgbarkeit springt auf 88 Prozent

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 18:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die deutsche Futtermittelbranche erfüllt zunehmend EU-Auflagen: Die Rückverfolgbarkeit von Soja stieg auf 88 Prozent, während Ernteausfälle die Lieferketten belasten.

DVT-Bericht: Soja-Rückverfolgbarkeit in Deutschland erreicht 88 Prozent
Nahaufnahme von Sojabohnen in einem modernen Labor, die Transparenz und Nachhaltigkeit in der Lieferkette symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) hat erstmals einen Sachstandsbericht zur Soja-Lieferkette vorgelegt. Die Bilanz zeigt: Die Branche hat ihre Rückverfolgbarkeit massiv ausgebaut, um die EU-Vorgaben zu erfüllen.

Rückverfolgbarkeit springt von 35 auf 88 Prozent

Die Informationslage über Handelswege von Soja hat sich rasant verbessert. Konnten 2023 nur 35 Prozent der Umfrageteilnehmer detaillierte Angaben zu ihren Handelskettenmodellen machen, waren es 2024/2025 bereits 88 Prozent. Der Verband wertet das als wesentlichen Schritt zur Erfüllung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR).

Bereits rund 90 Prozent des in Deutschland verarbeiteten Sojaschrots stammen aus Gebieten, die laut EUDR-Kriterien als entwaldungsfrei gelten. Dabei bleibt Soja ein überschaubarer Baustein: Etwa 88 Prozent des Rohproteinbedarfs in der deutschen Tierernährung decken heimische Futtermittel. Für den Rest importierte die Branche 2024/2025 rund 2,4 Millionen Tonnen Sojabohnen.

Streit um Zeitplan der EU-Verordnung

Der Bericht erscheint in einer heiklen Phase. Eigentlich sollte die EUDR am 30. Dezember 2025 starten – doch die EU-Kommission hat eine Verschiebung vorgeschlagen. Andere Branchen wollen davon profitieren.

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Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) fordert eine zweijährige Aussetzung der Verordnung. Die Dokumentationspflichten sollten vorrangig für Importe gelten, in Null-Risiko-Zonen müssten die Anforderungen deutlich sinken. Branchenvertreter wie Felix Pakleppa drängen zudem auf ein spezielles Verfahren zur Fristaussetzung, damit Unternehmen Planungssicherheit bekommen.

Extremwetter setzt Ernten zu

Dazu kommt eine angespannte Erntesituation. Die Getreideernte in Deutschland fällt unterdurchschnittlich aus, auch wegen ausgefallener Grünland-Schnitte. Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) meldet knapp 20 Millionen Tonnen Weizen – regional mit Ertragseinbußen von bis zu 20 Prozent.

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Europaweit verschärfen Hitze und Trockenheit die Lage. In Spanien brach die Getreideernte im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent ein, in Frankreich drohen Gemüseausfälle von bis zu 50 Prozent. Umso wichtiger werden stabile Lieferketten – genau jene Transparenz, die der DVT-Bericht für Soja nun dokumentiert.

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