Sonntagsarbeit, BĂ€cker-Innung

Sonntagsarbeit: BĂ€cker-Innung lehnt FĂŒnf-Stunden-Regelung ab

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 21:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die BĂ€cker-Innung GĂŒtersloh kritisiert die geplante Ausweitung der Sonntagsarbeit auf fĂŒnf Stunden als unzureichend und fordert eine vollstĂ€ndige Aufhebung der Zeitgrenze.

BĂ€cker-Innung GĂŒtersloh lehnt geplante Sonntagsarbeitszeit-Reform ab
BĂ€cker bei der Arbeit in einer modernen Backstube im warmen Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die BĂ€cker-Innung GĂŒtersloh hat die aktuellen politischen PlĂ€ne zur Neuregelung der Sonntagsarbeit im Backhandwerk als unzureichend zurĂŒckgewiesen. Im Zentrum der Kritik steht die beabsichtigte Ausweitung der erlaubten Arbeitszeit an Sonntagen von derzeit drei auf kĂŒnftig fĂŒnf Stunden. Aus Sicht der regionalen Branchenvertreter greift dieser Schritt zu kurz, um die betrieblichen AblĂ€ufe nachhaltig zu verbessern und den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Kritik an geplanter FĂŒnf-Stunden-Regelung

Die Innung reagierte damit am Sonntag auf die laufende Debatte um eine Reform der Arbeitszeitgesetze fĂŒr BĂ€ckereibetriebe. WĂ€hrend die Politik mit der Erhöhung auf fĂŒnf Stunden einen Spielraum fĂŒr die Produktion und den Verkauf schaffen will, sieht die Innung darin lediglich eine halbherzige Lösung. Obermeister Axel Glasenapp erklĂ€rte hierzu, dass die geplante Ausweitung nicht den tatsĂ€chlichen Bedarf der Handwerksbetriebe decke.

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Innung ist die Diskrepanz zwischen den aktuellen PlĂ€nen und den ursprĂŒnglichen Zielsetzungen der Politik. Glasenapp verwies in diesem Zusammenhang auf den geltenden Koalitionsvertrag. In diesem Dokument sei die vollstĂ€ndige Abschaffung des sogenannten Sonntagsbackverbots explizit angekĂŒndigt worden. Dass nun weiterhin an einer starren Zeitgrenze festgehalten werden soll, widerspreche den Zusagen und verhindere eine echte Modernisierung der Branche. Die BĂ€cker-Innung GĂŒtersloh fordert daher, die Zeitbegrenzung nicht nur zu lockern, sondern vollstĂ€ndig aufzuheben.

Mitarbeiterbereitschaft und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Ein hĂ€ufig angefĂŒhrtes Gegenargument gegen die Ausweitung der Sonntagsarbeit ist die Belastung fĂŒr das Personal. Die Innung vertritt hierzu jedoch eine andere Position. Nach EinschĂ€tzung von Axel Glasenapp zeige sich in der Praxis, dass viele Mitarbeiter im BĂ€ckerhandwerk durchaus bereit seien, sonntags ĂŒber die bisherigen Grenzen hinaus zu arbeiten.

Anzeige

Wer sich mit der Ausweitung von Arbeitszeiten befasst, muss auch die korrekte Abrechnung im Blick behalten. Diese Gratis-Checkliste hilft Personalverantwortlichen dabei, in wenigen Minuten rechtssicher festzustellen, ob ihre ZuschlĂ€ge lohnsteuerfrei sind. Gratis-Checkliste fĂŒr lohnsteuerfreie ZuschlĂ€ge herunterladen

Diese Bereitschaft sei jedoch an klare Bedingungen geknĂŒpft. Laut der Innung mĂŒssten die Betriebe attraktive Anreize schaffen, wozu insbesondere die Zahlung von entsprechenden SonntagszuschlĂ€gen gehöre. Zudem sei ein angemessener Freizeitausgleich an anderen Wochentagen eine zwingende Voraussetzung, um die AttraktivitĂ€t der ArbeitsplĂ€tze zu sichern. Wenn diese Faktoren erfĂŒllt seien, böten flexiblere Arbeitszeiten am Sonntag sowohl fĂŒr die Unternehmen als auch fĂŒr die BeschĂ€ftigten Vorteile.

Fokus auf Gesundheitsschutz und Ruhezeiten

Trotz der Forderung nach einer vollstĂ€ndigen Flexibilisierung der Arbeitszeiten betonte die BĂ€cker-Innung GĂŒtersloh die Bedeutung des Arbeitsschutzes. Eine Aufhebung der zeitlichen Grenzen fĂŒr die Sonntagsbackerei dĂŒrfe nicht bedeuten, dass grundlegende Schutzmechanismen ausgehebelt werden.

Anzeige

Die rechtssichere Gestaltung von Arbeitszeiten und Ruhepausen stellt viele Betriebe vor große Herausforderungen. Ein kostenloser Ratgeber liefert jetzt klare Antworten zu den gesetzlichen SpielrĂ€umen bei der Sonntagsarbeit, die kaum ein Arbeitgeber kennt. Kostenlosen Ratgeber zu SonntagszuschlĂ€gen und Ruhezeiten sichern

Glasenapp unterstrich, dass die Einhaltung der gesetzlich verankerten Ruhezeiten oberste PrioritĂ€t haben mĂŒsse. Auch der allgemeine Gesundheitsschutz der Mitarbeiter dĂŒrfe durch die Reform nicht gefĂ€hrdet werden. Ziel der Forderung sei es nicht, die Gesamtarbeitszeit der BeschĂ€ftigten auszuweiten, sondern die Verteilung der Stunden ĂŒber die week hinweg flexibler zu gestalten, um auf die Nachfrage am Wochenende besser reagieren zu können. Die Innung sieht hier die Politik in der Pflicht, einen Rahmen zu schaffen, der unternehmerische Freiheit mit dem notwendigen Schutz der Arbeitnehmer in Einklang bringt, anstatt sich in kleinteiligen Stundenregelungen zu verlieren.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wirtschaft | 69911416 |