Sonntagsarbeit, Handwerk

Sonntagsarbeit: Handwerk drĂ€ngt auf flexiblere Regeln fĂŒr BĂ€ckereien

10.06.2026 - 23:39:44 | boerse-global.de

Spitzentreffen im Kanzleramt zu Arbeitsmarktreformen: BĂ€ckereien fordern flexiblere Sonntagsregeln, wĂ€hrend Wirtschaft und Gewerkschaften ĂŒber Entlastungen streiten.

Arbeitsmarktreformen: Koalition ringt mit Wirtschaft und Gewerkschaften
Sonntagsarbeit - HĂ€nde eines BĂ€ckers kneten Teig auf einer bemehlten HolzflĂ€che, mit unscharfen Backutensilien im Hintergrund. Fokus auf Handwerk. 10.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

DreistĂŒndiges SpitzengesprĂ€ch im Kanzleramt: Die KoalitionsfĂŒhrung hat am heutigen Mittwoch mit Arbeitgebern und Gewerkschaften ĂŒber Arbeitsmarktreformen verhandelt. Im Zentrum standen BĂŒrokratieabbau, WettbewerbsfĂ€higkeit und die Sicherung des FachkrĂ€ftebedarfs.

Handwerk drÀngt auf flexiblere Sonntagsregeln

Besonders das BĂ€ckereihandwerk fordert konkrete Entlastungen. Der Branchenverband verlangt die Aufhebung der sogenannten Drei-Stunden-Grenze fĂŒr das Backen an Sonntagen. Die aktuelle Regelung behindere die BetriebsablĂ€ufe und entspreche nicht mehr der MarktrealitĂ€t.

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An dem Treffen nahmen neben Friedrich Merz, Markus Söder, BÀrbel Bas und Lars Klingbeil auch Spitzenvertreter von BDA, BDI, DIHK und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks teil. Auf der Arbeitnehmerseite waren DGB, IG Metall, IG BCE und Ver.di vertreten.

Wirtschaft gegen Gewerkschaften

Die Positionen liegen weit auseinander. Wirtschaftsvertreter forderten eine konsequente Entlastung bei Steuern und Sozialabgaben. Ver.di warnte dagegen vor Einschnitten im Renten- und Sozialbereich. Die Gewerkschaft pocht darauf, Rentenanpassungen weiter an die Reallohnentwicklung zu koppeln.

Auch die PrĂ€sidentin des Sozialverbands VdK sprach sich gegen pauschale KĂŒrzungen aus. Sie regte stattdessen Anpassungen bei der Erbschaft- und Vermögensteuer an. Die Wirtschaftsberatung mahnte ein konsistentes Paket fĂŒr mehr Wachstum an.

BĂ€ckereien im Umbruch

Die Debatte trifft auf eine Branche im Wandel. 2025 gab es 448 NeugrĂŒndungen im BĂ€ckereihandwerk – 40 mehr als im Vorjahr. Doch die Gesamtzahl der Betriebe sank auf rund 8.660. Vor zehn Jahren waren es bundesweit noch ĂŒber 12.000.

Der Umsatz stieg trotzdem um 1,3 Prozent auf 18,14 Milliarden Euro. Gleichzeitig ging die Zahl der BeschĂ€ftigten um 1,4 Prozent auf etwa 232.000 zurĂŒck. FachkrĂ€ftemangel und wirtschaftlicher Anpassungsdruck prĂ€gen die Lage.

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Signale aus der Politik

Union und SPD planen laut Koalitionsvereinbarung eine Erweiterung des Ausnahmekatalogs im Arbeitszeitgesetz. Das könnte den Spielraum fĂŒr die handwerkliche Produktion an Sonn- und Feiertagen vergrĂ¶ĂŸern.

Die Diskussion um die Sonntagsruhe wird auch in anderen Bereichen gefĂŒhrt. Der Bundesgerichtshof bestĂ€tigte kĂŒrzlich eine Entscheidung zu Sonntagsöffnungen in Outlet-Centern und mahnte verĂ€nderte Rahmenbedingungen an. In der Schweiz lehnte der StĂ€nderat dagegen am Dienstag eine Ausweitung der bewilligungsfreien SonntagsverkĂ€ufe knapp ab.

Druck aus Sachsen

Aktuelle Daten des sÀchsischen Handwerkstags zeigen die angespannte Lage: Nur noch ein Drittel der befragten Unternehmen bewertet die GeschÀftslage als gut. Ein signifikanter Anteil rechnet mit einer weiteren Verschlechterung.

Der Druck auf die Politik wÀchst. Weitere GesprÀche zwischen der Koalition und den Sozialpartnern wurden bereits vereinbart.

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