Sozialplan-Streit bei Danfoss: Ultimatum gefährdet 60 Jobs
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Verhandlungen zwischen der Konzernleitung von Danfoss und dem lokalen Betriebsrat über einen Sozialplan für den Standort Minden drohen endgültig zu scheitern. Am 30. Juli 2026 setzte das Unternehmen den Arbeitnehmervertretern ein Ultimatum, um eine Entscheidung in den festgefahrenen Gesprächen zu erzwingen. Die Arbeitnehmerseite reagierte mit scharfer Kritik auf diesen Schritt und wirft dem Management eine aggressive Verhandlungstaktik vor.
Vorwurf der Erpressung und Streit um Transfergesellschaft
Der Betriebsrat bezeichnete das jüngste Vorgehen der Konzernführung als Erpressung. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen nach Angaben der Arbeitnehmervertreter insbesondere die Bedingungen für die geplante Transfergesellschaft. Solche Gesellschaften sind im deutschen Arbeitsrecht ein zentrales Instrument, um von Stellenabbau betroffene Mitarbeiter durch Qualifizierungsmaßnahmen und gezielte Vermittlungshilfe wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ohne dass diese nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses unmittelbar arbeitslos werden.
Die Kritik der Belegschaftsvertreter richtet sich gegen die spezifischen Konditionen, die Danfoss für den Übergang der Beschäftigten in diese Gesellschaft anbietet. Laut dem Betriebsrat seien die aktuellen Bedingungen unzureichend, um die sozialen Folgen der Standortschließung für die Betroffenen abzufangen.
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Einigungsstelle als nächster Verfahrensschritt
Angesichts der verhärteten Fronten plant Danfoss nun, eine Einigungsstelle hinzuziehen. Dieses Gremium wird üblicherweise unter dem Vorsitz eines unparteiischen Dritten gebildet, wenn sich Arbeitgeber und Betriebsrat in mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten nicht aus eigener Kraft einigen können. Der Spruch dieser Stelle ersetzt dann die Einigung zwischen den beiden Parteien und ist rechtlich bindend.
Mit der Ankündigung, die Einigungsstelle anzurufen, signalisiert der Konzern, dass er keine Basis mehr für eine freiwillige Übereinkunft am Verhandlungstisch sieht. In der betrieblichen Praxis gilt dieser Schritt oft als Indiz für ein tiefgreifend gestörtes Vertrauensverhältnis zwischen der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern.
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Standortschließung betrifft über 60 Beschäftigte
Die Tragweite des Konflikts ergibt sich aus der geplanten Aufgabe des Standorts in Minden. Von dieser Maßnahme sind über 60 Mitarbeiter betroffen. Für die Belegschaft geht es in den Verhandlungen um den Sozialplan um die Festlegung von Abfindungen sowie die zeitliche und finanzielle Ausstattung der Transfergesellschaft.
Die aktuelle Entwicklung führt zu einer weiteren Verzögerung bei der Klärung der wirtschaftlichen Zukunft der Angestellten. Da das Ultimatum die Verhandlungen an den Rand des Abbruchs geführt hat, liegt die Entscheidung über die soziale Absicherung der Betroffenen nun voraussichtlich in den Händen der Einigungsstelle. Wann mit einem Ergebnis in diesem Verfahren zu rechnen ist, bleibt aufgrund der aktuellen Eskalation offen.
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