Spielwarenbranche, Rolly

Spielwarenbranche: Rolly Toys und Playmobil schließen Werke

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehrere Traditionsunternehmen wie Rolly Toys und Playmobil schließen deutsche Standorte. Hohe Kosten und Wettbewerbsdruck zwingen zur Aufgabe.

Rolly Toys, Playmobil & Magna: Deutsche Werksschließungen nehmen zu
Leere, stillgelegte Produktionshalle in einer Fabrik mit gedimmter, kinoreifer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gleich mehrere namhafte Produktionsstätten schließen in den kommenden Monaten. Besonders hart trifft es die Spielwarenbranche und spezialisierte Zulieferer. Gestiegene Energiekosten, internationaler Wettbewerbsdruck und veränderte Absatzstrukturen setzen die Betriebe massiv unter Druck. Viele verlagern ihre Fertigung ins Ausland oder geben ganz auf.

Rolly Toys schließt Stammwerk

Der oberfränkische Spielzeughersteller Franz Schneider GmbH & Co. KG – bekannt unter der Marke Rolly Toys – macht sein Werk in Neustadt bei Coburg dicht. Die Produktion läuft noch bis zum 31. Dezember 2026. 113 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Das Unternehmen steckt seit Februar 2026 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Suche nach einem Investor für den Standort blieb erfolglos. Die Geschäftsführung nennt als Hauptgründe den Verlust des zweitgrößten Kunden im Jahr 2025 und massiv gestiegene Material- und Energiekosten. Auch die Konkurrenz aus China und US-Handelszölle belasten das Geschäft.

Die Marke Rolly Toys könnte trotzdem überleben. Die Geschäftsführung führt derzeit Gespräche mit zwei Interessenten. Sie planen eine Fortführung an einem anderen Standort. Um den Betrieb bis Jahresende aufrechtzuerhalten, bekommen Mitarbeiter eine Prämie für ihr Verbleiben bis zur Schließung.

Playmobil: Inventar kommt unter den Hammer

Der Spielwarenhersteller Geobra Brandstätter hat sein Playmobil-Werk im mittelfränkischen Dietenhofen Ende Juni 2026 geschlossen. Rund 350 Mitarbeiter wurden freigestellt. Jetzt wird das Inventar verwertet: Eine Online-Auktion mit über 700 Posten läuft noch bis zum 29. Juli 2026. Neben Produktionsanlagen stehen auch Sammlerstücke wie lebensgroße Figuren zur Versteigerung.

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Der Rückzug ist Teil einer umfassenden Restrukturierung. Der Konzernumsatz sank im Geschäftsjahr 2023/24 deutlich auf 490 Millionen Euro – nach 736 Millionen Euro im Vorjahr. Besonders die Kernmarke Playmobil traf es hart: Der Umsatz fiel von 614 auf 381 Millionen Euro. Die Produktion läuft längst weitgehend in Malta und Tschechien. Die hohen Kosten am deutschen Standort waren nicht mehr zu halten.

Lederindustrie und Maschinenbau: Nächste Schließungen

In Mülheim an der Ruhr endet am 31. Juli 2026 eine Ära. Der US-Konzern Pangea stellt die dortige Lederproduktion ein und verlagert die Kapazitäten nach Ungarn. Die Stadt verliert damit ihren letzten verbliebenen Lederbetrieb.

Auch in Österreich steht eine Traditionsfirma vor dem Aus. Die Maschinenfabrik Montex in Wolfsberg schließt nach fast 60 Jahren. Die Produktion wird bis Ende März 2027 nach Mönchengladbach verlagert. 35 Mitarbeiter sind betroffen. Das Management nennt hohe Lohn- und Energiekosten sowie internationalen Wettbewerbsdruck als Gründe. In der Spitze waren am Standort einst 180 Menschen beschäftigt.

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Magna zieht Schließung drastisch vor

Der Automobilzulieferer Magna gibt sein Werk in Dorfprozelten deutlich früher auf als geplant. Statt Ende 2028 soll der Standort in Unterfranken bereits Mitte 2027 schließen. 216 Beschäftigte sind betroffen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer anhaltend negativen Geschäftsentwicklung.

Die vorzeitige Schließung hat ein Nachspiel: Das bayerische Wirtschaftsministerium prüft die Rückforderung von Fördermitteln. 2023 waren dem Betrieb 2,3 Millionen Euro bewilligt worden, 1,2 Millionen Euro wurden bereits ausgezahlt. Da die Standortgarantie nicht erfüllt wird, droht nun die Rückzahlung.

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