Sprachbarrieren, Milliarden

Sprachbarrieren kosten 49 Milliarden Euro: KI-Coaches schließen Lücke

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Synthesia, PONS und Workday bringen KI-gestützte Weiterbildungen auf den Markt. Der Fachkräftemangel treibt die Digitalisierung der betrieblichen Bildung voran.

KI-Lernplattformen: Neue Rollenspiele und Sprach-Coaches für Firmen
Ein professioneller Mitarbeiter interagiert in einem modernen Büro mit einem KI-Avatar auf einer digitalen Schnittstelle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die betriebliche Aus- und Weiterbildung wird digitaler und intelligenter. Gleich mehrere Technologieanbieter präsentieren neue KI-gestützte Lernformate – von interaktiven Rollenspielen mit Avataren bis hin zu spezialisierten Sprach-Coaches.

Rollenspiele mit künstlicher Intelligenz

Synthesia, aktuell mit rund 4 Milliarden Dollar bewertet, erweiterte am 22. Juli sein Portfolio um sogenannte Roleplay Sessions. Mitarbeiter trainieren darin Verkaufsgespräche oder Leistungsbeurteilungen mit virtuellen Avataren. Die KI bewertet die Performance im Anschluss detailliert.

Zu den ersten Nutzern zählen DAX-Konzerne wie SAP, Merck, Bosch und Metro sowie internationale Fortune-100-Unternehmen. Der jährlich wiederkehrende Umsatz soll bis zum Sommer auf rund 200 Millionen Dollar steigen. Noch in diesem Jahr will Synthesia die Technologie auf Bewerber-Screening und interaktive Jobinterviews ausweiten.

Auch der Sicherheitsspezialist KnowBe4 setzt auf KI – und erstellt damit individuelle Security-Awareness-Videos in über 160 Sprachen.

Wenn Sprachbarrieren Milliarden kosten

Der Fachkräftemangel treibt die KI-Investitionen in Deutschland massiv voran. Sprachbarrieren kosten die Wirtschaft jährlich schätzungsweise 49 Milliarden Euro, während rund 391.000 Fachkräfte fehlen.

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Die PONS Intelligence GmbH hat darauf reagiert und den Langenscheidt Language Coach gestartet. Die Plattform bietet branchenspezifisches Sprachtraining für Pflege und Logistik. Seit Mitte 2025 verzeichnet der Anbieter 1.600 aktive Lerner in B2B-Projekten. Die KI-Trainerin Elva unterstützt dabei Niveaus von A1 bis B2.

Personalmanagement trifft Lernplattform

Workday und Sana gaben am 23. Juli den Start ihrer gemeinsamen Lernplattform bekannt. Sie verknüpft Personalstammdaten mit einer KI-nativen Lernumgebung. Das Ziel: Kursinhalte schneller erstellen und Compliance-Vorgaben automatisierter erfassen. Erste Anwender berichten von einer deutlichen Reduktion des Zeitaufwands.

Parallel dazu launchte der Anbieter Hone neue interaktive Formate wie Masterclasses und Labs. Sie sollen die KI-Transformation in Unternehmen weltweit unterstützen. Otter.ai brachte mit Live Assist ein Tool für Echtzeit-Coaching in Meetings auf den Markt.

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Wie weit die KI-Nutzung wirklich ist

Aktuelle Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft aus dem Herbst 2025 zeigen: Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (49,6 Prozent) nutzt bereits KI. Besonders aktiv sind die Ausbilder – fast drei Viertel von ihnen vermitteln KI-bezogene Themen. Über 56 Prozent thematisieren dabei auch den kritischen Umgang mit KI-Inhalten.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 3.053 Startups gegründet – ein Drittel mit KI-Schwerpunkt. Dennoch gibt es Hürden: Nur 21 Prozent der Betriebe stimmen ihre KI-Schulungen mit anderen Lernorten ab. Das Fraunhofer FIT entwickelt deshalb das Escape-Room-Spiel „Kassandra“. Es soll Unternehmen spielerisch bei der Einführung von KI gemäß dem EU AI Act unterstützen.

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