Startkapital für Kinder, Familienfinanzen

Startkapital für Kinder: 90 Prozent der Eltern wollen helfen

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 10:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Neun von zehn Eltern wollen ihren Kindern den Übergang ins Erwachsenenleben finanziell erleichtern. Gleichzeitig empfinden rund 39 Prozent den Aufbau dieses Startkapitals als besonders schwierig.

Eltern planen Unterstützung mit unterschiedlichem Spielraum

  • 49,1 Prozent der Eltern legen bereits gezielt Geld für den späteren Start ihrer Kinder zurück.
  • Weitere 41,4 Prozent wollen Unterstützung leisten, sofern es ihre finanzielle Situation erlaubt.
  • Die Erhebung umfasste im Juni 2.001 Menschen zwischen 16 und 79 Jahren.
Viele Eltern sparen für ihre Kinder, es fällt aber nicht allen leicht. (Symbolbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Eltern wollen Kindern den Start erleichtern

Neun von zehn Eltern wollen ihren Kindern den Start ins Erwachsenenleben finanziell erleichtern. Knapp die Hälfte spart dafür bereits gezielt, während weitere 41,4 Prozent Unterstützung planen, wenn die eigene finanzielle Lage es zulässt.

Viele Familien spüren finanziellen Druck

Das Geld für die Zukunft der Kinder aufzubauen, fällt vielen Eltern jedoch schwer. Rund 39 Prozent der 586 befragten Erwachsenen mit Kindern unter 18 Jahren empfinden es als besonders schwierig, ihrem Nachwuchs die gewünschte finanzielle Unterstützung mitzugeben.

Gut 63 Prozent sorgen sich zudem, ihr Kind finanziell nicht ausreichend unterstützen zu können. Die Angaben stammen aus einer Innofact-Umfrage im Auftrag der Fondsgesellschaft Union.

Umfrage erfasst Erwartungen an den Lebensstart

Für die den Angaben zufolge repräsentative Erhebung wurden im Juni 2.001 Menschen im Alter von 16 bis 79 Jahren befragt. Im Mittelpunkt standen die Vorstellungen von einem guten Start ins Erwachsenenleben, die eigene Unterstützung durch die Eltern und die geplante Hilfe für die nächste Generation.

Mehr Chancen als die eigenen Eltern

Fast zwei Drittel der Eltern, genau 63,8 Prozent, glauben, ihren Kindern bessere Startvoraussetzungen bieten zu können als die eigenen Eltern. Das betrifft nach den Angaben nicht nur die finanzielle Ausstattung, sondern auch die Bildung.

Gut 17 Prozent sehen dagegen schwierigere Bedingungen als in ihrer eigenen Kindheit. Die übrigen Befragten erkennen bei den Startvoraussetzungen keine Veränderung.

Die Umfrage beschreibt einen verbreiteten Anspruch von Eltern: Kinder sollen beim Übergang ins Erwachsenenleben bessere Voraussetzungen erhalten als die vorherige Generation. Dazu zählen neben Geld auch Bildungs- und Entwicklungschancen. Zugleich zeigt die Erhebung, dass dieser Anspruch für viele Familien mit erheblichem finanziellen Druck verbunden ist.

Die genannten Zahlen machen deutlich, dass geplantes Sparen nicht automatisch bedeutet, ausreichend Mittel aufbauen zu können. Fast zwei Fünftel der befragten Eltern empfinden die gewünschte Unterstützung als besonders schwierig, während sich mehr als sechs von zehn Sorgen über die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit machen. Für Haushalte mit hohen Wohn-, Energie- und Betreuungskosten kann langfristiges Sparen deshalb mit kurzfristigen Ausgaben konkurrieren.

Zwischen Vorsorge und laufenden Kosten

Für Familien bedeutet Startkapital meist nicht nur ein bestimmtes Guthaben. Es kann auch Unterstützung bei Ausbildung, Studium, Führerschein, Wohnung oder dem Berufseinstieg umfassen. Die Umfrage legt nahe, dass Eltern ihre Möglichkeiten im Vergleich zur eigenen Kindheit überwiegend positiver einschätzen, der finanzielle Spielraum aber ungleich verteilt bleibt.

Für die konkrete Planung ist deshalb entscheidend, zunächst die eigene finanzielle Stabilität zu sichern und Sparziele realistisch zu setzen. Neben der Höhe der Beiträge spielen Anlageform, Anlagehorizont, Kosten und der spätere Zugriff des Kindes eine Rolle. Je früher Eltern festlegen, wofür das Geld gedacht ist, desto besser lässt sich die Unterstützung mit den tatsächlichen Möglichkeiten der Familie verbinden.

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