Steinmeier rÀt Wirtschaft zu Selbstbewusstsein in China
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 08:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Wenn man hier unterwegs ist, staunt der Deutsche vielleicht, wie sehr wertgeschÀtzt Deutschland und deutsche Technologie in China nach wie vor ist", sagte Steinmeier bei seinem Staatsbesuch in China. "Und deshalb rate ich uns, dass wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern mit Selbstbewusstsein auf den MÀrkten auftreten."
Auch bei der technologischen Zusammenarbeit mit China gebe es Grund zu Selbstbewusstsein, sagte Steinmeier in der Millionenmetropole Hefei. Erste GesprĂ€che der ihn begleitenden Wissenschaftsvertreter hĂ€tten gezeigt, wie wichtig in diesem Bereich Kooperationen nach wie vor angesehen wĂŒrden.
Sorge wegen des hohen chinesischen HandelsĂŒberschusses
Bei der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen gebe es auch Sorgen, sagte Steinmeier und wies auf das jĂ€hrlich wachsende Handelsdefizit zwischen China und Europa hin. "Der HandelsĂŒberschuss, den China anhĂ€uft, macht uns natĂŒrlich besorgt, weil das erfolgreiche Modell der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in eine Inbalance gerĂ€t, ein Ungleichgewicht entsteht."
Europa mĂŒsse sich jetzt neu aufstellen und seine wirtschaftlichen Instrumente neu sortieren, betonte Steinmeier. "Wir mĂŒssen uns bemĂŒhen, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht etwa aufhört, sondern dass sie fortgesetzt wird, aber zum beiderseitigen Nutzen."
Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China betrug im vergangenen Jahr knapp 90 Milliarden Euro. Laut Statistischem Bundesamt exportierte China nach Deutschland Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro, die deutschen Exporte nach China hatten einen Wert von 81,3 Milliarden Euro. EU-weit betrug das Defizit laut EU-Handelskommissar Maros Sefcovic im ersten Halbjahr 2026 fast 197 Milliarden Euro.
Besuch im VW-Entwicklungszentrum
Steinmeier besuchte am ersten Tag seiner sechstĂ€gigen Reise den VW-Standort Hefei. Er schaute sich das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Volkswagen an, in dem der mit groĂen Absatzproblemen kĂ€mpfende deutsche Autobauer Fahrzeuge fĂŒr den wichtigen chinesischen Markt entwirft. "Hier am Standort schlĂ€gt das Herz unserer "In China fĂŒr China-Strategie"", erlĂ€uterte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Volkswagen Gruppe China, Ralf BrandstĂ€tter. Diese Strategie sei auch die Antwort von VW auf den immer intensiver werdenden Wettbewerb in China.
Es handele sich um das gröĂte Entwicklungszentrum des VW-Konzerns auĂerhalb Deutschlands mit mehr als 3.000 Fahrzeug- und Software-Ingenieuren. "Wir fokussieren uns hier aber nur auf smarte Elektrofahrzeuge, also keine Verbrenner mehr", sagte BrandstĂ€tter. Das Unternehmen entwickele in Hefei neue Autos 30 Prozent schneller und bis zu 40 Prozent gĂŒnstiger als bisher.
