Steuer-Direktabzug: Basel-Stadt führt freiwilliges Modell ein
15.06.2026 - 09:33:26 | boerse-global.de
Die Stimmberechtigten von Basel-Stadt haben am Sonntag die Einführung eines freiwilligen Steuer-Direktabzugs vom Lohn beschlossen. 53,4 Prozent stimmten für die Vorlage. Damit ist Basel-Stadt der erste Kanton der Schweiz mit einem solchen Modell.
Freiwilliges Modell mit Opt-out-Option
Das System erlaubt es, Steuern direkt vom Bruttolohn einzubehalten und ans Steueramt zu überweisen. In der Stadt Basel beträgt der Abzug 10 Prozent des Bruttolohns, in den Gemeinden Riehen und Bettingen sind es 5 Prozent.
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Die Teilnahme ist freiwillig und basiert auf dem Opt-out-Prinzip: Angestellte können den automatischen Abzug ablehnen. Unabhängig davon bleibt die Pflicht zur Steuererklärung bestehen. Das Ergebnis von 34.312 Ja- zu 30.001 Nein-Stimmen bei einer Beteiligung von 65 Prozent zeigt die Zustimmung. Die Vorlage war als Gegenvorschlag zu einer SP-Initiative ausgearbeitet worden.
Pflichten für Arbeitgeber
Für Arbeitnehmer bleibt die Teilnahme freiwillig – anders für größere Unternehmen. Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden müssen den Direktabzug technisch und organisatorisch anbieten. Kleinere Betriebe können freiwillig mitmachen.
Ziel der Neuerung: Die Steuerzahlung vereinfachen und die Planungssicherheit für den Kanton erhöhen. Kritiker warnten vor zusätzlichem Aufwand für die Wirtschaft – ohne Erfolg.
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Weitere Entscheide vom Wochenende
Neben der Steuerreform stimmte Basel-Stadt über weitere Vorlagen ab. Mit 56,2 Prozent befürwortete die Bevölkerung den Bau einer Bahn-Durchmesserlinie. Dafür sind 3,6 Millionen Franken vorgesehen.
Der Gegenvorschlag zur Tauben-Initiative wurde mit 67,8 Prozent angenommen – künftig gibt es eine regulierte Bestandskontrolle. Die Klybeckinsel-Initiative scheiterte dagegen: 61,8 Prozent stimmten dagegen. Die bestehenden Planungen für das Areal können damit weiterverfolgt werden.
