Steuerbetrug-Plan: 26 Maßnahmen, 15 Jahre Haft, 1.500 neue Zöllner
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung plant eine umfassende Modernisierung der Steuerkontrolle. Im Fokus stehen schärfere Regeln für Registrierkassen, digitale Belege und deutlich höhere Strafen.
Registrierkassenpflicht ab 2028
Ab dem 1. Januar 2028 müssen Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz elektronische Registrierkassen nutzen. Die Pflicht-Hardware soll Manipulationen an Umsätzen erschweren.
Die Länder rüsten bereits auf: In Mecklenburg-Vorpommern sind über 830 unangekündigte Kassen-Nachschauen geplant. Die Kontrolleure prüfen dann die Einhaltung der neuen Standards.
Digitale Bons statt Papierflut
Finanzminister Klingbeil treibt die Digitalisierung des Belegwesens voran. Ein am heutigen Donnerstag vorgestellter Gesetzentwurf reformiert die Bonpflicht. Die Ausstellung eines Kassenbons bleibt zwar Pflicht, elektronische Quittungen sollen aber zur Regel werden.
Das spart nicht nur Papier. Die Finanzbehörden können Geschäftsvorgänge so auch digital nachverfolgen.
26-Punkte-Plan gegen Steuerbetrug
Bereits Mitte Juli legte die Regierung einen Aktionsplan mit 26 Einzelmaßnahmen vor. Die Kernpunkte:
Schwere Steuerhinterziehung soll künftig als Verbrechen gelten. Der Strafrahmen steigt auf bis zu 15 Jahre Haft. Selbstanzeigen verlieren in bestimmten Fällen ihre strafbefreiende Wirkung.
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Die Behörden bekommen zudem schärfere Werkzeuge: Vermögenswerte können für 180 Tage beschlagnahmt werden – ohne rechtskräftiges Urteil. Das beschleunigt den Zugriff auf mutmaßliche Tatbeute.
Kryptowährungen im Visier
Die Anonymität digitaler Transaktionen rückt in den Fokus. Geplant sind verstärkte Analysen von Blockchain-Daten und eine striktere Besteuerung von Kryptowährungen. Steuerumgehungen in digitalen Währungsräumen sollen so unterbunden werden.
Der jährliche Schaden durch Steuerbetrug liegt Schätzungen zufolge zwischen 92 und 100 Milliarden Euro. Diese Summe will die Regierung drastisch reduzieren.
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1.500 neue Zoll-Stellen und KI-Zentrum
Für die Umsetzung der Pläne stockt die Regierung die Behörden personell und technologisch auf. Der Zoll bekommt 1.500 neue Stellen. Parallel entsteht ein KI-gestütztes Analysezentrum.
Die künstliche Intelligenz durchforstet Transaktionsmuster und identifiziert Unregelmäßigkeiten in Echtzeit. Kombiniert mit zeitnahen Umsatzsteuermeldungen und angekauften Steuerdaten erwartet die Regierung Mehreinnahmen von rund einer Milliarde Euro.
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