SteuererklÀrung: 11,5 Millionen können ab Juli per Klick abgeben
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 03:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Kosten: weniger als drei US-Dollar. Bearbeitungszeit: 68 Minuten. Zum Vergleich: Menschliche Steuerberater verlangen dafĂŒr zwischen 870 und 2.440 Euro.
Der Testlauf mit 59 Transaktionen offenbarte jedoch auch die Grenzen der Technologie. PrĂŒfer identifizierten 20 von 354 PrĂŒfpunkten als fehlerhaft â darunter ein gravierender Fehler bei der Verbuchung des GrĂŒndungskapitals. Die rechnerische Abweichung lag bei gerade einmal 7 Pence.
Deutsche Steuergesetze bremsen KI aus
In Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz darf eine KI bislang keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen eigenstĂ€ndig erstellen. Das Steuerberatungsgesetz (StBerG) verbietet es. Hinzu kommen strenge DSGVO-Vorgaben und das Berufsgeheimnis nach § 203 StGB.
Kanzleien nutzen die Technologie deshalb nur fĂŒr Hilfsaufgaben: Beleganalyse, Kontierung, PlausibilitĂ€tsprĂŒfungen. Rund 90 Prozent der Kanzleien setzen bisher gar keine aktiven KI-Agenten ein, beobachten Branchenberater. âSpezialisierte Lösungen unterstĂŒtzen Prozesse, ersetzen aber keine funktionierenden AblĂ€ufeâ, sagt Experte Ken Keiper.
Ein-Klick-Steuer fĂŒr 11,5 Millionen BĂŒrger
Anders sieht es fĂŒr Privatleute aus. Seit Anfang Juli 2026 können rund 11,5 Millionen ledige und kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentner ihre SteuererklĂ€rung per Klick ĂŒber das Elster-Portal erledigen. Das Projekt âAmselâ lĂ€uft in mehreren BundeslĂ€ndern wie Hessen, ThĂŒringen und Hamburg.
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VerbraucherschĂŒtzer warnen: Werbungskosten, Sonderausgaben oder auĂergewöhnliche Belastungen werden beim automatischen Verfahren nicht erfasst. Bei einer durchschnittlichen Steuererstattung von 1.172 Euro lohnt sich der manuelle Check.
Parallel dazu integrieren Anbieter wie WISO KI-Assistenten. âSteuerGPTâ ist seit Jahresbeginn verfĂŒgbar und soll Fragen beantworten sowie Erstattungen maximieren.
Fristen und neue Modelle
Der Markt fĂŒr KI-Modelle rast derweil weiter. Anfang Juli startete der breite Rollout von GPT-5.6 nach einer Cybersicherheits-PrĂŒfung durch die US-Regierung. Die leistungsstĂ€rkste Version zeigt Fortschritte in Programmierung und Cybersicherheit. Anbieter wie Cognition oder PrismML arbeiten an Modell-Komprimierung fĂŒr mobile GerĂ€te.
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FĂŒr Steuerzahler in Deutschland rĂŒckt ein wichtiger Termin nĂ€her: Die Abgabefrist fĂŒr die SteuererklĂ€rung 2025 endet am 31. Juli 2026. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat bis zum 1. MĂ€rz 2027 Zeit. Bei VerspĂ€tung drohen ZuschlĂ€ge ab 25 Euro pro Monat.
Die Bundesregierung plant bis Herbst 2026 ein Steuervereinfachungsgesetz â unter anderem mit einer Arbeitstagepauschale.
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