Steuererklärung, Millionen

Steuererklärung: 11,5 Millionen nutzen automatisiertes Verfahren ab Juli

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 05:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neues Portal MeinElster+ automatisiert Steuererklärung für Millionen. Experten raten zur Kontrolle der vorausgefüllten Formulare.

MeinElster+: Digitales Verfahren revolutioniert die Steuererklärung
Eine Hand klickt auf eine Maus vor einem Computermonitor, der vereinfachte digitale Steuerformulare anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit Juli 2026 können rund 11,5 Millionen Steuerpflichtige ihre Erklärung per Mausklick über das Portal „MeinElster+“ erledigen. Besonders Rentner und kinderlose Arbeitnehmer profitieren von der automatisierten Lösung.

Automatisierung in fünf Bundesländern gestartet

Das System nutzt bereits vorhandene Daten, füllt die Formulare voraus und soll bürokratische Hürden abbauen. Gestartet ist die Neuerung zunächst in Hessen, Thüringen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Nutzer greifen über die Elster-App auf ihre vorausgefüllten Formulare zu.

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Doch Vorsicht: Die Prüfung durch die Steuerpflichtigen bleibt Pflicht. Experten raten, den Entwurf genau zu kontrollieren und Werbungskosten oder Sonderausgaben gegebenenfalls zu ergänzen. Langfristig plant die Bundesregierung sogar die komplette Abschaffung der klassischen Steuererklärung für Arbeitnehmer. Arbeitgeber sollen Daten dann direkt an die Finanzbehörden übermitteln. Konkrete Pilotprojekte dafür gibt es aber noch nicht.

Fristen und finanzielle Änderungen im Juli 2026

Zum Monatsende rückt ein wichtiger Termin näher: Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026. Wer sie verpasst, zahlt einen Verspätungszuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer – mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat.

Auch andere Änderungen treten im Juli in Kraft: Die Renten steigen um 4,24 Prozent für über 21 Millionen Bezieher. Das Bürgergeld wird durch das Grundsicherungsgeld mit schärferen Sanktionen ersetzt. Und für Waren aus Nicht-EU-Staaten unter 150 Euro Wert fällt eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro an.

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Ausblick auf die große Steuerreform 2027

Die aktuelle Vereinfachung ist erst der Anfang. Ab 2027 plant die Koalition ein 34-Punkte-Paket mit Entlastungen von rund 10 Milliarden Euro jährlich. Familien und Geringverdiener stehen im Fokus.

Der Grundfreibetrag soll bis 2028 schrittweise auf 12.900 Euro steigen, das Kindergeld auf 272 Euro. Für eine Familie mit 60.000 Euro Jahreseinkommen und zwei Kindern sind über 600 Euro Entlastung pro Jahr vorgesehen. Im Gegenzug wird die Reichensteuer verschärft: Ab 250.000 Euro Einkommen sind 45 Prozent fällig, ab 280.000 Euro sogar 47 Prozent. Auch der Abzug für Handwerkerleistungen ändert sich – künftig maximal 900 Euro.

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