SteuererklÀrung, Ein-Klick-System

SteuererklĂ€rung: Ein-Klick-System fĂŒr 4,4 Millionen Rentner ab Juli

21.06.2026 - 21:21:56 | boerse-global.de

Finanzminister Klingbeil stellt umfassende Steuerreform vor. Kernpunkte sind eine vereinfachte SteuererklÀrung und eine gedeckelte Unternehmenssteuer.

Steuerreform 2026: Klingbeil plant Ein-Klick-ErklÀrung und Unternehmensentlastung
SteuererklĂ€rung - Ein abstraktes Bild der deutschen Steuerreform mit Elementen von BĂŒrokratie und Digitalisierung, das Vereinfachung und Modernisierung symbolisiert. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Maßnahmenpakete „BĂŒrgernahe Einkommensteuer“ und „Vereinfachte Unternehmensteuer“ sollen am 1. Juli im Koalitionsausschuss beraten werden. Ziel: Weniger BĂŒrokratie fĂŒr Arbeitnehmer, Rentner und Unternehmen.

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Ein-Klick-SteuererklĂ€rung fĂŒr Millionen

Ein KernstĂŒck der Reform könnte die SteuererklĂ€rung fĂŒr viele ĂŒberflĂŒssig machen. Am 1. Juli startet ein Pilotprojekt zur „Ein-Klick-SteuererklĂ€rung“. ZunĂ€chst richtet es sich an ledige, kinderlose Arbeitnehmer und Rentner.

Der Entwurf sieht eine Arbeitstagepauschale vor. Sie bĂŒndelt bisherige Einzelposten wie Fahrtkosten, Homeoffice-Pauschale und Arbeitszimmer. FĂŒr Rentner ist eine Rentenabzugsteuer geplant. Das Finanzministerium schĂ€tzt: Rund 4,4 Millionen Rentner könnten dann keine SteuererklĂ€rung mehr abgeben mĂŒssen. ZusĂ€tzlich ist ein Rentner-Pauschbetrag von 102 Euro im GesprĂ€ch. Die vollstĂ€ndige Umsetzung ist fĂŒr den 1. Januar 2027 geplant.

Unternehmen: Steuerbelastung gedeckelt

Auch die Wirtschaft profitiert von der Reform. Ein zentrales Ziel: die Deckelung der Steuerbelastung auf Unternehmensgewinne bei 25 Prozent. Zwei Varianten werden geprĂŒft, die ein Entlastungsvolumen zwischen 10 und 20 Milliarden Euro umfassen könnten.

Betriebe sollen zudem ein freies Wahlrecht bei der Art ihrer Besteuerung erhalten. Auch die Verlustverrechnung wird verschlankt. Vereinfachungen bei der Gewerbesteuer gelten zwar als politisch komplex – das Ministerium will aber auch hier schlankere Strukturen schaffen.

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Streit um Spitzensteuersatz und Mehrwertsteuer

Trotz der Einigungen bei Vereinfachungen zeichnen sich heftige Debatten ab. CDU-GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann fordert eine Anhebung der Einkommensgrenze fĂŒr den Spitzensteuersatz von 69.879 auf 80.000 Euro. Die SPD signalisiert Bereitschaft zur Entlastung der Mittelschicht – verlangt aber eine höhere Besteuerung von Spitzenverdienern.

Der DGB geht noch weiter: Spitzensteuersatz von 42 auf 49 Prozent, greifend ab 88.900 Euro zu versteuerndem Einkommen.

RĂŒrup: Mehrwertsteuer rauf, Einkommensteuer runter

Der Ökonom Prof. Bert RĂŒrup bringt eine radikale Idee ins Spiel. Er schlĂ€gt eine Erhöhung des regulĂ€ren Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 22 Prozent vor. Gleichzeitig soll der ermĂ€ĂŸigte Satz auf 5 Prozent sinken. Die Mehreinnahmen von 40 Milliarden Euro? Zur Senkung der Einkommen- und Körperschaftsteuer.

CSU-Chef Markus Söder lehnt beides ab: weder Mehrwertsteuererhöhung noch höheren Spitzensteuersatz. Auch die Abschaffung des Ehegattensplittings kommt fĂŒr ihn nicht in Frage.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer sieht das anders. Sie fordert eine Reform des Ehegattensplittings – das könne ArbeitskrĂ€fte mobilisieren. Zudem spricht sie sich fĂŒr die RĂŒcknahme von SteuervergĂŒnstigungen aus, etwa beim Agrardiesel oder dem reduzierten Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie. Letzterer koste den Staat jĂ€hrlich 3,4 Milliarden Euro – ohne die beabsichtigte Wirkung fĂŒr kleinere Betriebe vollstĂ€ndig zu entfalten.

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