46,5 Millionen Euro Steuerschaden: Cum-Ex-Akteur angeklagt
13.02.2025 - 13:14:38 | dpa.de
Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen britischen Finanzakteur erhoben, der in den Cum-Ex-Steuerbetrug involviert und einen Steuerschaden von 46,5 Millionen Euro verursacht haben soll. Wie die Kölner Staatsanwaltschaft mitteilte, wirft sie dem 54-JĂ€hrigen besonders schwere Steuerhinterziehung in drei FĂ€llen vor. Er soll 2010 mit anderen Beteiligten Transaktionen ĂŒber eine irische Fondsgesellschaft und eine Londoner Investmentgesellschaft abgewickelt haben.Â
Den Angaben zufolge sitzt er in DĂ€nemark in Untersuchungshaft, wo er Ende 2024 wegen Steuerhinterziehung in erster Instanz zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Die Kölner Staatsanwaltschaft weist auf die Unschuldsvermutung hin, die auch fĂŒr den 54-JĂ€hrigen gelte.
Bei Cum-Ex inszenierten Finanzakteure von Banken, Investmentgesellschaften und Anwaltskanzleien ein Verwirrspiel mit Aktien, die hin- und hergeschoben wurden. Die FinanzĂ€mter erstatteten Steuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Das kostete den deutschen Staat und damit der Allgemeinheit einen zweistelligen Milliarden-Euro-Betrag. Die Hochphase dieser GeschĂ€fte war von 2006 bis 2011.Â
Das Bonner Landgericht sprach 2020 die ersten Cum-Ex-Angeklagten schuldig, 2021 wertete der Bundesgerichtshof (BGH) die AktiengeschÀfte ebenfalls als Straftat - die Lesart, dass es sich nur um dreiste Abzocke im rechtlichen Graubereich handelt, ist seither vom Tisch.
Die Kölner Staatsanwaltschaft spielt bei der Aufarbeitung des gröĂten Steuerskandals der Bundesrepublik eine zentrale Rolle, da das in Bonn ansĂ€ssige Bundeszentralamt fĂŒr Steuern in ihrem ZustĂ€ndigkeitsbereich liegt. In den vergangenen Jahren folgten einige weitere Prozesse samt Urteilen, etwa eine Haftstrafe gegen den Steueranwalt und Cum-Ex-Architekten Hanno Berger.Â
In den kommenden Jahren dĂŒrfte es am Bonner Landgericht eine Vielzahl weiterer Prozesse geben. Inzwischen laufen bei der Kölner Staatsanwaltschaft gut 130 Cum-Ex-Verfahren, die sich gegen rund 1.700 Beschuldigte richten.
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