Steuerreform 2027: Zehn Milliarden Euro Entlastung für Familien
03.07.2026 - 08:21:18 | boerse-global.de
Kernstück: eine Einkommensteuer-Reform, die ab 2027 zehn Milliarden Euro Entlastung bringen soll. Familien und Geringverdiener profitieren, Spitzenverdiener zahlen drauf.
Entlastung für Familien – aber erst ab 2028
Die Steuerreform zielt auf kleine und mittlere Einkommen. Der Grundfreibetrag steigt bis 2028 auf 12.900 Euro, der Arbeitnehmerpauschbetrag auf 1.430 Euro. Auch das Kindergeld wächst: auf 272 Euro monatlich pro Kind.
Ein Rechenbeispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und 60.000 Euro Bruttojahreseinkommen spart ab 2028 über 600 Euro pro Jahr. Die volle Wirkung entfaltet die Reform erst in zwei Jahren. Der Spitzensteuersatz greift künftig ab 70.600 Euro zu versteuerndem Einkommen.
Reichensteuer steigt, Minijobs werden teurer
Die Gegenfinanzierung kommt von oben. Für Einkommen ab 250.000 Euro steigt der Steuersatz auf 45 Prozent, ab 280.000 Euro auf 47 Prozent. Das soll die Steuergerechtigkeit erhöhen.
Auch Minijobber und Handwerkerkunden spüren die Reform. Die Pauschalsteuer für geringfügige Beschäftigungen steigt von 2 auf 5 Prozent. Gleichzeitig sinkt die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen von 20 auf 15 Prozent – maximal 900 Euro sind absetzbar.
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Telefonische Krankschreibung fällt weg
Schwarz-Rot verschärft die Regeln bei Arbeitsunfähigkeit. Die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft. Künftig gilt wieder: ärztliche Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag.
Parallel dazu lockert die Koalition die Regeln für Befristungen. Sachgrundlose Befristungen sind künftig bis zu 48 Monate möglich – mit bis zu sechs Verlängerungen. Arbeitgeber bekommen mehr Flexibilität, Kritiker warnen vor prekären Arbeitsverhältnissen.
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Rentenpläne bleiben vage, Bürokratie soll fallen
In der Rentenpolitik hält sich die Koalition bedeckt. Die Empfehlungen der Rentenkommission sollen bis Ende 2026 umgesetzt werden – konkrete Details fehlen im Beschlusspapier.
Immerhin: Die Wirtschaft soll entlastet werden. Berichtspflichten werden pauschal gestrichen. Die Finanzverwaltung plant eine digitale, vorausgefüllte Steuererklärung. Die KfW-Bankengruppe muss künftig Gewinne an den Bund abführen. Zudem gibt es ein bundesgesetzliches Verbot für die Verstaatlichung von Mietwohnungen.
Der Bund der Steuerzahler kritisiert die Reform als zu klein dimensioniert. Auch Gewerkschaften und Ärzteschaft laufen Sturm – gegen die arbeitsrechtlichen Verschärfungen und die Rückkehr zur Präsenz-Krankschreibung.
