ROUNDUP, Steuerzahlerbund

Steuerzahlerbund kritisiert sorglosen Umgang mit Steuergeld

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 13:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Lobbyverband Bund der Steuerzahler wirft Bund, LĂ€ndern und Kommunen einen sorglosen Umgang mit Steuergeld vor.

In seinem neuen "Schwarzbuch 2026/27" stellt der Verband wieder 100 FĂ€lle vor. "In diesem Sinne ist das Schwarzbuch auch ein StĂŒck weit ein Beitrag dafĂŒr, dass wir demokratische Strukturen stĂ€rken mĂŒssen", sagte PrĂ€sident Reiner Holznagel bei der Vorstellung in Berlin. Es mĂŒsse mehr Kontrolle und Transparenz gefördert werden, zudem mĂŒsse Politik erklĂ€ren und begrĂŒnden, warum Entscheidungen getroffen wĂŒrden, sagte Holznagel.

"Vergiftete Geschenke"

Besonderen Fokus legt der Verband diesmal auf "vergiftete Geschenke". Dabei schaute er sich staatliche Förderprogramme an. Kritisiert wird, dass bei Ausgaben teils Fördertöpfe und Fristen den Ausschlag gĂ€ben statt Bedarf und Nutzen. Mitunter wĂŒrden Mittel ausgegeben, weil sie sonst verfielen. "Bund und LĂ€nder mĂŒssen ihre Förderprogramme zeitlich befristen, besser aufeinander abstimmen, regelmĂ€ĂŸig prĂŒfen und bei mangelhafter Wirkung streichen", forderte Holznagel. Zudem bemĂ€ngelt der Lobbyverband aufwendige Verfahren, mögliche Folgekosten fĂŒr Kommunen und mangelnde Transparenz.

Daneben geht es im aktuellen "Schwarzbuch" etwa um einen besonders teuren Zaun, Designermöbel in einem Jobcenter, eine Fahrradgarage nur fĂŒr Staatsbedienstete mit rechnerisch mehr als 16.000 Euro Kosten je Stellplatz, fĂŒnf Baumpflanzungen fĂŒr eine sechsstellige Summe und Dienst-Laptops fĂŒr LehrkrĂ€fte, die teils nicht eingeschaltet wurden.

Schwarzbuch ist umstritten

Der Bund der Steuerzahler ist ein privater Verein, der sich politisch unter anderem fĂŒr eine effiziente Verwendung von Steuergeld und solide Staatsfinanzen einsetzt, also die Neuverschuldung und Ausgaben des Bundes hinterfragt. Er lobbyiert dafĂŒr im Bundestag und mit öffentlichkeitswirksam inszenierten Aktionen. Der Steuerzahlerbund betont, er sei parteipolitisch neutral.

Doch das sogenannte Schwarzbuch ist umstritten. Kritisiert wird unter anderem, es liste lediglich spektakulĂ€re EinzelfĂ€lle auf, verschweige aber oft deren Kontext und zeichne kein reprĂ€sentatives Gesamtbild der Steuerverschwendung. Behörden und Kommunen, die darin genannt werden, wehren sich hĂ€ufig gegen die VorwĂŒrfe und begrĂŒnden ihre Finanzentscheidungen.

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