Straßenmeisterei Abensberg: 14 Beschäftigte trainieren Gefahren im Verkehr
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Arbeitsalltag des Straßenbetriebsdienstes gehören vorbeifahrender Verkehr und unübersichtliche Einsatzorte zu den alltäglichen Arbeitsbedingungen. Um die Sensibilität für die damit verbundenen Risiken im Berufsalltag zu schärfen, absolvierten 14 Beschäftigte der Straßenmeisterei Abensberg im Oktober 2026 das Schulungsprogramm „Sicherer Arbeitsraum Straße“. Die Straßenwärter trainierten dabei über eine Dauer von fünf Stunden hinweg intensiv die Einschätzung von Gefahren im Verkehrsraum.
Simulation eines Straßenabschnitts in der Gerätehalle
Für das Praxistraining verwandelte sich die Gerätehalle der Straßenmeisterei in ein Testgelände. Die beiden Moderatoren Uwe Nestler und Sven Krämer, die im Auftrag der Bayerischen Landesunfallkasse tätig waren, bauten dort die Simulation eines Abschnitts einer Staats- beziehungsweise Bundesstraße auf.
In dieser geschützten Umgebung konnten die Teilnehmer verschiedene Bedingungen und Verkehrskonstellationen durchspielen, ohne sich den unmittelbaren Gefahren des laufenden Straßenverkehrs aussetzen zu müssen.
Fehleinschätzungen bei Geschwindigkeit und Distanz
Ein zentraler Befund des durchlaufenen Parcours zeigte sich bei der optischen Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens: Im Alltag werden Entfernungen häufig als zu groß und Geschwindigkeiten herannahender Fahrzeuge als zu niedrig eingeschätzt.
Wer im täglichen Betrieb mit potenziellen Gefahrenquellen konfrontiert ist, benötigt eine fundierte Grundlage zur Risikobewertung. Dieser kostenlose Report liefert praxiserprobte Hilfsmittel und Checklisten, um behördlich anerkannte Dokumentationen rechtssicher zu erstellen. Gefährdungsbeurteilung: Vorlagen & Checklisten jetzt kostenlos herunterladen
Diese Fehleinschätzung birgt ein erhebliches Sicherheitsrisiko, da Fahrzeuge auf Staats- und Bundesstraßen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h herannahen können. Sekundenbruchteile bei der Lagebeurteilung sind im Arbeitsbereich auf und an der Fahrbahn entscheidend.
Als zusätzliche Herausforderung im Straßenraum wurden moderne E-Autos identifiziert. Da diese Fahrzeuge nahezu geräuschlos unterwegs sind, fällt das akustische Signal als wichtiges Element der Vorwarnung im Vergleich zu Verbrennungsmotoren weitgehend weg. Dies verlangt von den Beschäftigten bei der Arbeit eine noch stärkere visuelle Aufmerksamkeit.
Belastungen, toter Winkel und Grenzen der Absicherung
Das modulare Training beschränkte sich nicht allein auf die Verkehrsbeobachtung. Zu den weiteren Stationen des Parcours gehörte die Sensibilisierung für körperliche Beanspruchungen, wie etwa die Gelenkbelastung beim wiederholten Springen aus dem Einsatzfahrzeug. Ebenso wurde das Gefahrenpotenzial rund um den toten Winkel bei Arbeitsmaschinen und Lkw vertieft, um Unfälle im unmittelbaren Fahrzeugumfeld zu verhindern.
Die Sicherheit im Umgang mit schweren Fahrzeugen und Maschinen erfordert regelmäßige Unterweisungen und eine lückenlose Dokumentation. Nutzen Sie unsere sofort einsetzbaren Muster-Vorlagen und Quiz-Fragen, um Ihre Sicherheitsunterweisungen effizient und rechtssicher vorzubereiten. Kostenlose Muster-Vorlagen für Sicherheitsunterweisungen sichern
Deutlich wurde im Rahmen des Parcours auch, dass technische Vorkehrungen das persönliche Risikobewusstsein nicht ersetzen können. Zwar verringern das Tragen von Schutzkleidung und eine ordnungsgemäße Verkehrsabsicherung die Gefahren am Einsatzort deutlich, vollständig beseitigen lassen sie sich dadurch jedoch nicht. Laufende Schulungen sollen das Personal daher dabei unterstützen, kritische Situationen im Arbeitsraum Straße frühzeitig zu erkennen.
