Straßenverkehr, Energiesteuer

Straßenverkehr ab Juli: Energiesteuer +17 Cent, Punkte-Handel verboten

04.07.2026 - 18:51:34 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 gelten höhere Energiesteuern, verlängerte Verjährungsfristen bei Verkehrsverstößen und ein Verbot des Punktehandels.

Straßenverkehr Juli 2026: Höhere Spritpreise und neue Regeln
Straßenverkehr - Eine Zapfsäule an einer Tankstelle zeigt steigende Kraftstoffpreise in Euro an, während Benzin in ein Auto gepumpt wird. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Pünktlich zum 1. Juli sind gleich mehrere Neuregelungen im Straßenverkehr in Kraft getreten. Autofahrer müssen tiefer in die Tasche greifen – und Behörden bekommen schärfere Werkzeuge an die Hand.

Tanken wird deutlich teurer

Der staatliche Tankrabatt ist Geschichte. Seit dem 1. Juli steigt die Energiesteuer um 14,04 Cent pro Liter. Inklusive Mehrwertsteuer bedeutet das für Verbraucher eine Mehrbelastung von bis zu 17 Cent pro Liter. Die Folgen zeigen sich sofort: Am Mittwochnachmittag lag der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 bei 2,059 Euro, für Diesel bei 2,004 Euro.

Die hohen Preise verändern das Reiseverhalten spürbar. Laut aktuellen Umfragen passen rund 58 Prozent der Autofahrer ihre Sommerreiseplanung an. Jeder zehnte Befragte verzichtet sogar ganz auf den Urlaub. Besonders hart trifft es Haushalte mit weniger als 1.500 Euro Nettoeinkommen: Hier liegt die Verzichtsquote bei über 18 Prozent.

Verjährungsfrist für Verkehrsverstöße verdoppelt

Eine der einschneidendsten Änderungen betrifft die Verfolgung von Verstößen. Die Verjährungsfrist für Ordnungswidrigkeiten wie Blitzen, Rotlichtvergehen oder Handynutzung am Steuer wurde von drei auf sechs Monate verdoppelt. Grund: Der Ermittlungsaufwand für die Behörden ist gestiegen.

Gleichzeitig macht der Gesetzgeber Schluss mit einer dubiosen Praxis. Der gewerbliche Handel mit Flensburger Punkten ist ab sofort verboten. Wer versucht, Punkte gegen Geld auf andere zu übertragen, riskiert ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro. Der ADAC begrüßt die Schließung dieser Gesetzeslücke – erste Anbieter haben bereits ihren Betrieb eingestellt.

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Scancars und digitale Führerscheine

Auch technisch tut sich einiges. Für die Parkraumüberwachung gibt es jetzt eine bundesgesetzliche Grundlage für sogenannte Scancars. Diese Fahrzeuge erfassen Verstöße automatisiert. Gleichzeitig werden digitale Führerscheine und Fahrzeugpapiere dauerhaft anerkannt.

Für den gewerblichen Güterverkehr gilt eine neue Pflicht: Transporter zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen müssen bei Fahrten ins Ausland mit einem Fahrtenschreiber ausgestattet sein.

Neue Sicherheitspflichten für Neuwagen

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Ab dem 7. Juli kommen weitere Vorschriften auf die Autoindustrie zu. Neuwagen müssen dann über eine vorinstallierte Schnittstelle für Alkohol-Wegfahrsperren verfügen. Die EU will damit die rund 5.000 alkoholbedingten Verkehrstoten pro Jahr reduzieren.

Pflicht werden zudem mehrere Assistenzsysteme: eine erweiterte Notbremsfunktion mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, ein Notfall-Spurhalteassistent sowie Ablenkungs- und Konzentrationswarner. Auch ein verbesserter Kopfaufschlagschutz ist für die Typgenehmigung neuer Modelle verbindlich.

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