Stromnetze, TenneT

Stromnetze: TenneT fordert Drohnenabwehr und Sicherheitsgesetze

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TenneT verlangt einheitliche Bundesregeln, engere Behördenkontakte und mehr Spielraum bei der Überwachung kritischer Energieanlagen.

TenneT fordert mehr Befugnisse gegen Drohnen an Stromnetzen
Hochspannungsmasten und Stromleitungen einer Umspannanlage in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT Germany fordert eine deutlich engere Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden sowie erweiterte Befugnisse zur Drohnenabwehr. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Sicherheit der kritischen Energieinfrastruktur in Deutschland wirksamer zu gewährleisten. Nach wiederholten Vorfällen im Bereich der Stromnetze verlangt das Unternehmen ein grundlegendes Umdenken in der Bundespolitik.

Steigende Bedrohungslage für die Stromversorgung

Der Vorstoß von TenneT erfolgt vor dem Hintergrund einer spürbar veränderten Gefahrenlage. Als konkreten Anlass für die Forderungen verweist das Unternehmen auf einen Sabotageakt an einem Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim. Die Bedrohungen für das Stromnetz reichen dabei von Cyberangriffen bis hin zu gezielten Überflügen unbemannter Flugobjekte.

Die Gefahrenabwehr sei für das Unternehmen mittlerweile zum Tagesgeschäft geworden, erklärte Kathrin Günther, Chief Transformation Officer bei TenneT Germany. Dennoch stoßen die Betreiber bei der Abwehr von Überflügen auf praktische und rechtliche Hürden.

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Laut Günther gehe es derzeit nicht darum, fremde Drohnen eigenmächtig zum Absturz zu bringen, da hierbei wesentliche Haftungsfragen weiterhin ungeklärt seien. Stattdessen verlangt das Unternehmen einen verbesserten rechtlichen Rahmen für den Schutz der eigenen Anlagen.

Ruf nach einheitlichen Bundesgesetzen und klarer Zuständigkeit

Um den Bedrohungen systematisch zu begegnen, fordert TenneT eine bessere Drohnenabwehr sowie klar definierte behördliche Zuständigkeiten. Dabei plädiert das Unternehmen ausdrücklich für eine einheitliche bundesweite Gesetzgebung anstelle von isolierten Regelungen auf Landesebene. Während der Netzbetreiber eine gesamtdeutsche Lösung anstrebt, plant der Freistaat Bayern gegenwärtig ein eigenes Gesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen.

Darüber hinaus schlägt TenneT konkrete operative Anpassungen vor. Nach den Vorstellungen von Günther sei eine direkte technische Anbindung der Netzbetreiber an behördliche Abwehrzentren erforderlich.

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Zudem setzt sich das Unternehmen für eine Lockerung der datenschutzrechtlichen Vorgaben bei der Videoüberwachung von Betriebsgeländen ein. Auf diese Weise sollen Reaktionszeiten im Fall von Zwischenfällen verkürzt und die Widerstandsfähigkeit der Versorgungsinfrastruktur gegenüber physischen Angriffen nachhaltig gestärkt werden.

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