Strompreise 2027: Regierung kürzt Netzkosten-Zuschuss um 15 Prozent
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 03:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung senkt die staatlichen Zuschüsse zu den Übertragungsnetzkosten drastisch. Ab 2027 werden die Fördergelder von 6,5 auf 5,5 Milliarden Euro gekürzt – ein Minus von 15 Prozent. Die Folge: Strom wird teurer, für Privathaushalte und Industrie gleichermaßen.
Netzentgelte machen ein Viertel des Strompreises aus
Die Netzentgelte sind eine der größten Positionen auf der Stromrechnung. Sie finanzieren den Ausbau und Betrieb der Stromautobahnen sowie der regionalen Verteilnetze. Bislang hat der Staat diese Kosten teilweise übernommen. Fällt dieser Zuschuss weg, müssen die Netzbetreiber die fehlende Milliarde über höhere Entgelte von den Kunden holen.
Das Marktforschungsinstitut Verivox rechnet mit einem Anstieg der Netto-Kilowattstundenpreise um rund 0,25 Cent. Insgesamt könnten die Strompreise dadurch im Schnitt um etwa ein Prozent steigen.
Haushalte zahlen bis zu 12 Euro mehr im Jahr
Wie stark die Mehrbelastung ausfällt, hängt vom individuellen Verbrauch ab. Konkrete Rechenbeispiele zeigen:
- Drei-Personen-Haushalt (4.000 kWh/Jahr): rund 12 Euro mehr
- Paare (2.800 kWh/Jahr): rund 8 Euro mehr
- Single-Haushalte (1.500 kWh/Jahr): rund 5 Euro mehr
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Die tatsächliche Belastung variiert regional – Netzentgelte fallen lokal unterschiedlich hoch aus.
Industrie trifft es härter
Besonders massiv treffen die Preissteigerungen die energieintensive Industrie. Die Stahlbranche etwa muss mit zusätzlichen Kosten von rund 50 Millionen Euro pro Jahr rechnen. Das entspricht einer Steigerung der netzbezogenen Kosten um etwa 20 Prozent.
BDEW fordert Steuersenkung als Ausgleich
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schlägt Alarm. Er fordert eine Senkung der Stromsteuer auf das EU-weit zulässige Mindestmaß von 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Aktuell liegt der Satz in Deutschland bei 2,05 Cent. Eine solche Steuersenkung könnte den Anstieg der Netzkosten für die Verbraucher abfedern.
Für energieintensive Unternehmen wird die Netzentgelt-Erhöhung besonders teuer: Die Stahlbranche rechnet mit Zusatzkosten von 50 Millionen Euro pro Jahr. Unser Leitfaden hilft Ihnen, Ihre individuelle Belastung zu ermitteln und Einsparpotenziale zu identifizieren – von der Stromsteuer-Senkung bis zur Optimierung Ihres Tarifs. Kostenlosen Industrie-Leitfaden sichern
Klarheit kommt im Herbst
Wie hoch die tatsächliche Kostenbelastung ausfällt, wird sich im Oktober zeigen. Dann müssen die Übertragungsnetzbetreiber turnusgemäß die vorläufigen Netzentgelte für 2027 veröffentlichen. Die endgültigen Werte werden zum Jahresende festgesetzt – sie gelten als maßgeblicher Indikator für die Preisentwicklung.
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