Strompreiskompensation: Bundeswirtschaft erweitert Förderung für Industrieparks
28.05.2026 - 08:30:16 | boerse-global.de
Der überarbeitete Rahmen gilt für die Abrechnungsjahre 2025 bis 2030 und erweitert den Kreis der förderfähigen Unternehmen deutlich.
Breitere Förderung für energieintensive Industrien
Erstmals können auch Unternehmen aus Industrieparks von der Entlastung profitieren. Die Neuerung betrifft indirekte CO?-Kosten, die durch den Emissionshandel entstehen. Das Ministerium hat die förderfähigen Sektoren in den aktualisierten Anhängen deutlich ausgeweitet.
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Die konkrete Förderhöhe variiert: Für das Abrechnungsjahr 2025 liegt die Beihilfeintensität je nach Branche bei 0,8 oder 0,75. Ab 2026 gilt ein einheitlicher Satz von 0,75. Diese Werte bestimmen, welchen Anteil der förderfähigen Kosten Unternehmen zurückerhalten können.
Antragsverfahren und europäische Kontrolle
Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) bleibt für die Bearbeitung und Genehmigung der Anträge zuständig. Das jährliche Antragsfenster öffnet sich vom 31. Mai bis zum 30. September des auf das Abrechnungsjahr folgenden Jahres.
Allerdings steht die endgültige Umsetzung noch unter Vorbehalt. Die Europäische Kommission muss die Regelungen genehmigen, um die Vereinbarkeit mit dem EU-Beihilferecht sicherzustellen.
Energiekosten im weiteren Kontext
Die Veröffentlichung der Richtlinie reiht sich in eine Serie von Maßnahmen zur Entlastung von Industrie und Haushalten ein. In Österreich einigte sich die Regierung kürzlich auf einen Krisenmechanismus mit einem Industriestrompreis ab 2027. Dieses separate Programm richtet sich an rund 400 Unternehmen und sieht Subventionen von bis zu 50 Prozent des Großhandelspreises vor, mit einer Untergrenze von fünf Cent pro Kilowattstunde.
Auch in Deutschland laufen die Vorbereitungen für langfristige Reformen. Die Bundesnetzagentur hat Pläne zur Reform der Stromnetzentgelte ab 2029 vorgelegt. Diese sehen vor, die Privilegien für industrielle Grundlasten bis Ende 2031 zu verlängern – ein wichtiges Signal für energieintensive Branchen während des Übergangs zu flexibleren Preismodellen.
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