StromunfÀlle, DGUV

StromunfĂ€lle: DGUV ĂŒberarbeitet PrĂŒfvorschriften fĂŒr ElektrogerĂ€te

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die DGUV passt ihre PrĂŒfregeln an, um sie praxisnĂ€her zu gestalten. Parallel plant die Regierung Entlastungen fĂŒr Unternehmen bei ElektroprĂŒfungen.
Eine Person in Arbeitskleidung und Schutzbrille prĂŒft eine elektrische Schalttafel mit einem Multimeter, im Hintergrund Industrieanlagen. Illustration mit AI erstellt.

Ziel ist es, die Regeln praxisnÀher zu gestalten und stÀrker am tatsÀchlichen Risiko auszurichten. Das hohe Schutzniveau soll dabei erhalten bleiben.

Hintergrund der Reform sind die Unfallzahlen: JÀhrlich ereignen sich rund 2.500 StromunfÀlle, einige davon tödlich. Zwischen 2020 und 2024 registrierten die Behörden insgesamt 12.800 solcher VorfÀlle. Die neuen Vorschriften 3 und 4 sollen die betriebliche Umsetzung erleichtern.

Spannungsfeld zwischen BĂŒrokratieabbau und Brandschutz

Parallel zur DGUV-Reform plant die Bundesregierung eine Entlastung der Wirtschaft. Konkret steht die jĂ€hrliche PrĂŒfung von ElektrokleingerĂ€ten in BĂŒros zur Debatte. Laut Regierungsangaben könnten Unternehmen so jĂ€hrlich rund 720 Millionen Euro sparen.

Das Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales (BMAS) setzt dabei auf Digitalisierung und Flexibilisierung. Doch Fachleute warnen: Etwa ein Drittel aller GebĂ€udebrĂ€nde entsteht durch defekte ElektrogerĂ€te. Zudem bleibt die DGUV als Selbstverwaltungsorgan fĂŒr ihre Vorschriften zustĂ€ndig – staatliche Vorgaben können diese nicht einfach ersetzen.

FĂŒr Unternehmen bedeutet das: Trotz möglicher Erleichterungen bleiben Haftungsrisiken und Anforderungen der Sachversicherer bestehen.

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Fortbildungspflicht fĂŒr Sicherheitspersonal

Die dynamische Entwicklung der Regularien erhöht die Anforderungen an Brandschutzbeauftragte. Sie mĂŒssen sich regelmĂ€ĂŸig fortbilden, um den Vorgaben von DGUV und VdS gerecht zu werden. Vorgeschrieben sind 16 Unterrichtseinheiten innerhalb von drei Jahren.

Die DEKRA Akademie plant bereits Termine fĂŒr 2027 – etwa im Februar an zahlreichen Standorten und in digitalen Formaten. Neben rechtlichen Updates stehen praktische Aspekte der GefĂ€hrdungsbeurteilung im Fokus.

Kreislaufwirtschaft verÀndert Sicherheitsrisiken

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Rund ein Drittel aller GebĂ€udebrĂ€nde entsteht durch defekte ElektrogerĂ€te. Die neue DGUV-Reform fordert eine risikoorientierte PrĂŒfung – unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Brandrisiken minimieren und Haftungsfallen vermeiden. Brandschutz-Leitfaden jetzt sichern

Auch neue Materialien stellen die Branche vor Herausforderungen. Der Metallgehalt in ElektrogerĂ€ten sank in den letzten zwei Jahrzehnten von ĂŒber 65 auf knapp 50 Prozent, wĂ€hrend der Kunststoffanteil stieg. Das verĂ€ndert nicht nur das Recycling, sondern auch die Bewertung von Brandlasten.

Beim Projekt KARE, das Ende Juni 2026 in Goslar tagte, diskutierten Experten genau diese Fragen. Module zur Mindset-Entwicklung und vertieften Regulatorik standen auf dem Programm. Die Transformation der Materialwirtschaft rĂŒckt damit stĂ€rker in den Fokus betrieblicher Sicherheitsbeauftragter.

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