Studierende, Druck

Studierende unter Druck: 41 Prozent chronisch gestresst

10.06.2026 - 17:22:33 | boerse-global.de

TK-Studie belegt: 41 Prozent der Studierenden fühlen sich chronisch gestresst. Doppelbelastung und Finanzsorgen belasten die Psyche massiv.

Studierenden-Stress: TK-Studie zeigt alarmierende Werte
Studierende - Eine junge Person, die sichtlich gestresst ist und zwischen Lehrbüchern, Laptop und einer Arbeitsumgebung jongliert. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Laut einer aktuellen Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) fühlen sich 41 Prozent der Befragten häufig gestresst – fast doppelt so viele wie noch 2015.

Hauptgrund ist die Doppelbelastung durch Studium und Job. 34 Prozent der Studierenden nennen diesen Spagat als belastend, 24 Prozent leiden unter finanziellen Sorgen. Die Forsa-Umfrage vom Januar 2026 zeigt: Prüfungsdruck (49 Prozent), Angst vor schlechten Noten und zu viel Lernstoff (je 28 Prozent) sind die größten Stressquellen.

Emotionale Erschöpfung auf Rekordniveau

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Besonders besorgniserregend: Der Anteil emotional Erschöpfter stieg von 24 Prozent (2017) auf aktuell 35 Prozent. Für Fachleute ist das ein Warnsignal – emotionale Erschöpfung gilt als Indikator für Burnout-Gefährdung.

Die Entwicklung ist dramatisch: Lag der Stress-Anteil 2015 noch bei 23 Prozent, hat er sich in elf Jahren fast verdoppelt. Studierende stecken im Dauerkampf zwischen Vorlesungen, Nebenjob und Existenzsorgen.

Proteste gegen ausbleibende BAföG-Reform

Am Montag demonstrierten rund 100 Studierende und Gewerkschaftsvertreter vor der CDU-Zentrale in Berlin. Ihr Ziel: die geplante BAföG-Erhöhung retten. Gewerkschaften wie GEW, ver.di und DGB fordern eine Anpassung der Bedarfssätze an die realen Lebenshaltungskosten.

Auslöser der Proteste: Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) stellte eine BAföG-Erhöhung infrage und bezeichnete Studierende als privilegiert. Die geplante Reform – unter anderem eine Anhebung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro – gilt nun als unsicher. Immerhin: Bär kündigte einen Gesetzentwurf bis Ende Juli an.

Der finanzielle Druck wächst ohnehin. In Freiburg stiegen die Mensapreise im April um 35 Cent – ein Plus von rund 60 Prozent seit 2018.

Düstere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt

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Viele Studierende blicken skeptisch auf den Berufseinstieg. Die EY-Studierendenstudie vom Frühjahr 2026 zeigt: Nur 39 Prozent rechnen mit einem schnellen und passenden Job – 2024 waren es noch 54 Prozent.

Die Konsequenz: Arbeitsplatzsicherheit wird zum wichtigsten Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Für 52 Prozent der Befragten ist ein sicherer Job entscheidender als das Gehalt.

Die Sorgen sind nicht unbegründet. Das Arbeitsmarktbarometer der ManpowerGroup für das dritte Quartal 2026 zeigt eingebrochene Einstellungsabsichten – besonders im verarbeitenden Gewerbe planen Betriebe Personalabbau. Und eine Studie des Verbands der Privaten Bausparkassen belegt: 66 Prozent der 16- bis 24-Jährigen fürchten Altersarmut.

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