Friedrich Merz, G20-Gipfel

Südafrika: Merz fordert Teilnahme am G20-Gipfel in Miami

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 11:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert, dass Südafrika trotz des Widerstands von US-Präsident Donald Trump am G20-Treffen im Dezember teilnimmt. Zugleich wirbt die Bundesregierung für eine gemeinsame Agenda zu Wachstum, KI, Energie und globaler Verschuldung.

G20-Gipfel verbindet Mitgliedschaft und Agenda

  • Merz sprach bei der Konferenz Berlin Global Dialogue über Südafrikas Rolle im G20-Kreis.
  • Der Gipfel soll im Dezember in Miami stattfinden.
  • Die Bundesregierung schlägt den USA eine Wachstumsagenda mit Reformen und Investitionen vor.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) fordert die USA ein, Südafrika zum G20-Gipfel im Dezember einzuladen. - Bild: Fabian Sommer/dpa

Merz fordert Südafrika am G20-Tisch

Bundeskanzler Friedrich Merz setzt sich für die Teilnahme Südafrikas am G20-Gipfel im Dezember in Miami ein. Bei der Konferenz „Berlin Global Dialogue“ verwies er darauf, dass sowohl Südafrika als auch die Afrikanische Union Mitglieder der G20 seien.

Auseinandersetzung mit Trump

„Selbstverständlich gehört Afrika an den Tisch“, sagte Merz. Er dränge darauf, dass Südafrika beim Gipfel vertreten sei, weil die globale Wirtschaft nur unter Einbindung aller wichtigen Partner beraten werden könne.

US-Präsident Donald Trump hatte im November 2025 angekündigt, Südafrika werde nicht zum Gipfel eingeladen. Trump wirft dem Land vor, einen Genozid an weißen Bauern zu begehen. Fachleute und die südafrikanische Regierung weisen die Darstellung eines angeblichen Völkermords entschieden zurück.

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Bundesregierung schlägt Wachstumsagenda vor

Die Bundesregierung hat den USA für das Treffen eine „Wachstumsagenda“ vorgeschlagen. Dazu gehören Bürokratieabbau, Strukturreformen und die Förderung von Investitionen.

Außerdem soll die G20 über Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz, eine sichere, erschwingliche und nachhaltige Energieversorgung, unfaire Handelspraktiken sowie die weltweit wachsende Staatsverschuldung beraten.

Weitere Gäste beim Gipfel

Merz dankte Trump für die Einladungen an Spanien, die Niederlande und Polen. Diese Länder gehören nicht regulär zur G20-Gruppe. Der Kanzler kündigte an, sich für ihre weitere Einbindung einzusetzen.

Bei den G20 treffen sich Vertreter führender Industrie- und Schwellenländer. Russland ist trotz des laufenden Angriffskriegs gegen die Ukraine durch Präsident Wladimir Putin eingeladen.

Der Streit um Südafrikas Teilnahme berührt eine Grundfrage der G20: Das Forum soll die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammenbringen, ist aber zugleich stark von den politischen Beziehungen zwischen seinen Mitgliedern abhängig. Südafrika gehört der Gruppe regulär an; die Afrikanische Union ist ebenfalls Mitglied. Ein Ausschluss oder eine Nichtberücksichtigung des Landes würde deshalb über eine bloße Gästeliste hinausweisen.

Trump begründete seine Haltung mit schweren Vorwürfen gegen Südafrika, die von der südafrikanischen Regierung und Fachleuten zurückgewiesen werden. Für Pretoria steht damit nicht nur die Teilnahme an einem Gipfel auf dem Spiel, sondern auch die internationale Darstellung des Landes. Für die übrigen G20-Mitglieder stellt sich die Frage, ob sie politische Konflikte innerhalb des Forums austragen oder die institutionelle Einbindung aller Mitglieder sichern wollen.

Wirtschaftliche Themen im Mittelpunkt

Merz verbindet die Teilnahmefrage mit einer inhaltlichen Agenda für den Gipfel. Bürokratieabbau, Strukturreformen, Investitionen, künstliche Intelligenz, Energieversorgung, Handelspraktiken und Staatsverschuldung betreffen alle großen Volkswirtschaften. Gerade bei solchen Themen kann die G20 nur dann als globales Gesprächsformat wirken, wenn wichtige Regionen politisch vertreten sind.

Für Deutschland bedeutet die Position des Kanzlers zugleich einen Balanceakt gegenüber Washington. Merz unterstützt die Einbindung zusätzlicher Partner wie Spanien, der Niederlande und Polens, pocht aber bei Südafrika auf die reguläre Mitgliedschaft. Ob daraus eine gemeinsame Gipfelerklärung oder ein offener Konflikt entsteht, dürfte die Vorbereitung des Treffens bis Dezember prägen.

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