Süßwarenindustrie: 17.000 Beschäftigte streiken für 5,8 Prozent mehr Lohn
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 21:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Warnstreiks in der Süßwarenindustrie haben am heutigen Freitag vor allem Nordrhein-Westfalen getroffen. Das Haribo-Stammwerk in Bonn sowie mehrere Großbetriebe im Raum Aachen standen still. Die Gewerkschaft NGG verschärft damit den Druck auf die Arbeitgeber – die dritte Verhandlungsrunde war ohne Ergebnis geblieben.
1.300 Teilnehmer auf dem Bendplatz
In Aachen versammelten sich rund 1.300 Beschäftigte zu einer Demonstration. Der Warnstreik war auf 24 Stunden angelegt und betraf sechs Unternehmen. Neben Lindt und Lambertz legten auch Mitarbeiter von Bon Gelati, Solent, Biscuit International und der Feinbäckerei Otten die Arbeit nieder.
Parallel dazu streikte das Bonner Haribo-Stammwerk für 18 Stunden. Die NGG rief rund 600 Mitarbeiter aus Früh- und Spätschicht zum Ausstand auf. Die Gewerkschaft spricht von deutlichen Auswirkungen auf die Fertigung – insbesondere bei Fruchtgummimischungen und Lakritzspezialitäten. Die Unternehmensleitung hingegen gibt an, die Produktion sei weitgehend aufrechterhalten worden.
Streikwelle rollt durchs Bundesgebiet
Die heutigen Aktionen folgen auf Warnstreiks am gestrigen Donnerstag in Norddeutschland. In Lüneburg beteiligten sich etwa 800 Beschäftigte an Protesten, auch in Georgsmarienhütte gab es Arbeitsniederlegungen. Insgesamt sind von den laufenden Tarifverhandlungen rund 17.000 Beschäftigte allein in NRW betroffen.
Die dritte Tarifrunde in der Süßwarenindustrie endete ohne Einigung – Warnstreiks legen Produktion lahm. Arbeitgeber bieten 2 %, die NGG fordert 5,8 %. Wer jetzt keine Streikvorbereitung und Verhandlungsstrategie parat hat, riskiert Produktionsausfälle. Dieser kostenlose Leitfaden liefert Checkliste, Muster-Strategie und rechtssichere Handlungsoptionen. Streik-Leitfaden jetzt anfordern
Die Gewerkschaft begründet die Eskalation mit dem aus ihrer Sicht unzureichenden Angebot der Arbeitgeber. Die NGG fordert 5,8 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Eine soziale Komponente soll eine Mindesterhöhung von 230 Euro monatlich sichern.
Arbeitgeber bieten 2 Prozent – für dieses Jahr
Die Gegenseite hat bislang eine Erhöhung um 2 Prozent für das laufende Jahr sowie weitere 2 Prozent für 2027 angeboten. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 156 Euro. Die geforderte Laufzeit beträgt 24 Monate.
Der Tarifkonflikt spielt sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ab. Die Produktion in der Süßwarenindustrie sank 2025 um 4 Prozent auf 3,73 Millionen Tonnen. Die Arbeitgeber verweisen auf diese Entwicklung, die Gewerkschaft pocht auf Inflationsausgleich und gestiegene Lebenshaltungskosten.
Bei Haribo, Lindt und Lambertz stehen die Bänder still – 17.000 Beschäftigte in NRW betroffen. Die nächste Verhandlungsrunde am 13. August wird über weitere Arbeitsniederlegungen entscheiden. HR-Verantwortliche brauchen jetzt eine klare Verhandlungsstrategie, um den Tarifkonflikt nicht eskalieren zu lassen. Dieser Report zeigt, wie Sie mit einem 2-%-Angebot umgehen und den Betriebsfrieden sichern. Verhandlungsstrategie für HR-Verantwortliche sichern
Nächste Verhandlungsrunde Mitte August
Die Tarifgespräche sollen am 13. August fortgesetzt werden. Die Gewerkschaft schließt weitere Arbeitsniederlegungen nicht aus, falls es bis dahin keine Annäherung gibt.
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