Tabaksteuer, Bundesregierung

Tabaksteuer: Bundesregierung plant Preissprung auf 11,40 Euro bis 2030

19.06.2026 - 20:29:00 | boerse-global.de

Bundesfinanzministerium plant jährliche Tabaksteuererhöhungen ab 2027. Bis 2030 könnten Zigaretten rund 11,40 Euro pro Schachtel kosten.

Tabaksteuer-Explosion: Raucher zahlen bis 2030 deutlich mehr
Tabaksteuer - Nahaufnahme einer Hand, die eine Zigarette hält, mit unscharfen Euro-Banknoten im Hintergrund, die steigende Kosten symbolisieren. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Bundesfinanzministerium hat einen Referentenentwurf vorgelegt, der die Tabaksteuer ab 2027 jährlich anhebt. Ziel: Milliarden-Einnahmen für den Bundeshaushalt.

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Bis zu 3,60 Euro mehr pro Schachtel

Die Rechnung ist einfach: Wer raucht, zahlt bald deutlich mehr. Für eine Packung mit 20 Zigaretten prognostiziert das Ministerium einen Preisanstieg von rund 8,80 Euro im Jahr 2027 auf etwa 11,40 Euro im Jahr 2030. Der reine Steueranteil klettert von 4,40 Euro auf 5,75 Euro.

Besonders hart trifft es Selbstdreher. Die Steuersätze auf Feinschnitt sollen überdurchschnittlich steigen. Ein Sprecher des Finanzministeriums begründet die Pläne mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Stabilisierung des Staatshaushalts.

Milliarden für die Staatskasse

Die geplanten Einnahmen sind enorm. Für 2027 rechnet das Ministerium mit Mehreinnahmen von 756 Millionen Euro. 2028 sollen es 1,6 Milliarden sein, 2029 dann 2,55 Milliarden. Im Jahr 2030 kalkuliert das Haushaltsressort mit 3,6 Milliarden Euro zusätzlich. Insgesamt summiert sich das auf rund 8,5 Milliarden Euro bis zum Ende des Jahrzehnts.

Ursprünglich war die Steuererhöhung als Gegenfinanzierung für eine Entlastungsprämie gedacht. Die wurde jedoch nie umgesetzt. Nun fließen die Gelder direkt in den Bundeshaushalt.

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Streit um die Verwendung der Steuergelder

Genau das sorgt für politischen Zündstoff. Gesundheitspolitiker von SPD und Union fordern, die Mittel zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einzusetzen. Der Grund: Für 2027 droht ein Finanzierungsloch von bis zu 15 Milliarden Euro.

SPD-Politiker Christos Pantazis und CDU-Politiker Hendrik Streeck machen sich für eine Umwidmung stark. Ein Vorschlag aus dem Krankenkassenlager sieht vor, die höheren Tabaksteuereinnahmen zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel zu nutzen.

Parallel dazu fordern einige Abgeordnete die Einführung oder Erhöhung weiterer Abgaben – etwa auf Alkohol und zuckerhaltige Getränke. Kritiker aus der Wirtschaftspresse warnen jedoch: Steuererhöhungen könnten zu Verhaltensänderungen führen. Die tatsächlichen Einnahmen blieben dann hinter den Erwartungen zurück.

EU-Parlament bremst Brüsseler Pläne aus

Während die Bundesregierung national verschärft, gibt es auf europäischer Ebene eine klare Absage. Das EU-Parlament lehnte im Juni 2026 einen Vorschlag der EU-Kommission zur Neufassung der Tabaksteuerrichtlinie mit deutlicher Mehrheit ab.

Der Kommissionsentwurf hatte massive Steuererhöhungen für Zigarren und Zigarillos sowie neue Mindeststeuern für E-Zigaretten und Nikotinbeutel vorgesehen. Die Abgeordneten forderten die Kommission auf, das Vorhaben komplett zurückzuziehen.

Die Entscheidung hat Gewicht: Im Rat der Mitgliedstaaten ist für steuerliche Änderungen Einstimmigkeit erforderlich. Branchenverbände begrüßten die Ablehnung. Der deutsche Fiskus verzeichnete im Mai 2026 ohnehin ein eher schwaches Aufkommen aus der Tabaksteuer – leicht über dem Vormonat, aber unter den Vorjahreswerten.

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