Tabaksteuer, Lars Klingbeil

Tabaksteuer: Union zweifelt an 4,5 Milliarden Euro fĂŒr 2030

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 07:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Unionsfraktion bezweifelt, dass die geplante Tabaksteuer die erwarteten MilliardenbetrÀge in die Staatskasse bringt. Kritiker warnen vor AusweichkÀufen im Ausland und einem wachsenden Schwarzmarkt.

CDU-Finanzpolitiker zweifeln an Klingbeils Tabaksteuer-Prognose
Raucherin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

MilliardenbetrÀge stehen auf dem Spiel

  • FĂŒr 2027 sind Mehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro eingeplant.
  • Bis 2030 soll das Plus gegenĂŒber den bisherigen Regeln auf rund 4,5 Milliarden Euro steigen.
  • Fritz GĂŒntzler verweist auf mögliche KonsumĂ€nderungen sowie KĂ€ufe im Ausland und auf dem Schwarzmarkt.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion bezweifelt, dass die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erwarteten zusĂ€tzlichen Einnahmen durch die Tabaksteuererhöhung tatsĂ€chlich erreicht werden. Der finanzpolitische Sprecher Fritz GĂŒntzler sagte der „Bild“, die Prognose stamme aus dem Bundesfinanzministerium.

Union hinterfragt Berechnung

Nach GĂŒntzlers Darstellung muss das Ministerium mögliche steuerinduzierte Ausweichbewegungen in die Berechnung einbeziehen. Dazu zĂ€hlen ein geringerer oder verĂ€nderter Konsum ebenso wie der Kauf von Tabakwaren im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt.

Der Änderungsantrag der CDU/CSU- und SPD-Fraktion sieht fĂŒr 2027 Mehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro vor. FĂŒr 2030 sind rund 4,5 Milliarden Euro zusĂ€tzlich gegenĂŒber den geltenden Regelungen eingeplant.

Finanzministerium verweist auf Fraktionen

Das Bundesfinanzministerium erklÀrte auf Anfrage der Zeitung nicht, wie die Mehreinnahmen konkret zustande kommen sollen. Stattdessen verwies es auf die zustÀndigen Fraktionen der Bundesregierung.

Aus dem Umfeld der FĂŒhrung der Unionsfraktion wurden die erwarteten BetrĂ€ge mit großer Skepsis bewertet. Damit steht die Einnahmeprognose im Zentrum der weiteren politischen Beratung ĂŒber die Tabaksteuer.

Warnungen vor Schwarzmarkt und Schmuggel

Auch der Bund der Steuerzahler rechnet mit Ausweichreaktionen und kaum zusĂ€tzlichen Einnahmen fĂŒr den Finanzminister. PrĂ€sident Reiner Holznagel warnte, die Steuererhöhung könne den Schwarzmarkt anheizen, weil mehr Raucher zu gĂŒnstigeren illegalen Zigaretten greifen könnten.

Thomas Liebel, Chef der Zoll- und Finanzgewerkschaft, warnte ebenfalls vor einem Desaster fĂŒr den Fiskus. Klingbeil drohe eine doppelte Rechnung aus geringeren Einnahmen als erwartet und höheren Kosten fĂŒr die BekĂ€mpfung des Schmuggels.

Die geplante Tabaksteuer steht im Spannungsfeld zwischen zusĂ€tzlicher Haushaltsfinanzierung und möglichen VerhaltensĂ€nderungen der Verbraucher. Höhere Preise können den legalen Absatz verringern und Konsumenten dazu bewegen, auf gĂŒnstigere Produkte, KĂ€ufe im Ausland oder illegale Angebote auszuweichen. FĂŒr die tatsĂ€chlichen Einnahmen zĂ€hlt deshalb nicht allein der Steuersatz, sondern auch, wie stark sich die Bemessungsgrundlage verĂ€ndert. Die im Änderungsantrag vorgesehenen BetrĂ€ge zeigen zugleich die GrĂ¶ĂŸenordnung der fiskalischen Erwartung: 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2027 und rund 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2030. Je weiter die Prognose in die Zukunft reicht, desto stĂ€rker hĂ€ngt sie von Annahmen ĂŒber Konsum, Preise, legalen Absatz und die Entwicklung des Schwarzmarkts ab. Eine belastbare Haushaltsplanung muss diese Faktoren laufend ĂŒberprĂŒfen. Politisch verschĂ€rft die Debatte die Spannungen innerhalb der schwarz-roten Koalition ĂŒber neue oder höhere Verbrauchsteuern. Auch andere steuerpolitische Vorhaben von Finanzminister Lars Klingbeil sorgen fĂŒr Diskussionen. FĂŒr Raucher können höhere Abgaben den legalen Kauf verteuern; fĂŒr Handel und Zoll steigt die Bedeutung der Kontrolle von Schmuggel und illegalem Verkauf. Ob die erwarteten Mehreinnahmen erreicht werden, hĂ€ngt damit neben der gesetzlichen Regelung auch von der Reaktion des Marktes ab.

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