Tabaksteuer: Zigarettenpreise steigen ab Januar 2027 auf ĂŒber 11 Euro
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 22:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ab dem 1. Januar 2027 wird Rauchen in Deutschland deutlich teurer. Das Bundeskabinett hat eine jĂ€hrliche Anhebung der Tabaksteuer beschlossen. Die MaĂnahme soll dem Staat Mehreinnahmen bringen â doch Branchenvertreter warnen vor drastischen Nebenwirkungen.
Stufenplan: Zigarettenpreise steigen auf ĂŒber 11 Euro
Der Steuersatz pro Zigarette klettert von 12,28 Cent (2026) auf 13,44 Cent im Jahr 2027. Bis 2030 sind 17,41 Cent pro StĂŒck geplant. Betroffen sind neben Zigaretten auch Feinschnitt, Zigarren und E-Zigaretten-Liquids.
Das Bundesfinanzministerium rechnet mit einem Packungspreis von ĂŒber 11 Euro bis 2030. BranchenverbĂ€nde wie der BVTE halten sogar 13 Euro fĂŒr realistisch â inklusive weiterer Kostenfaktoren.
BVTE: âLuftbuchungenâ und drohender Schwarzmarkt
Die Regierung erwartet Mehreinnahmen von 756 Millionen Euro im Jahr 2027, die bis 2030 auf 3,589 Milliarden Euro anwachsen sollen. Der BVTE bezeichnet diese Prognosen als unrealistisch. Statt der erhofften Gewinne drohten Mindereinnahmen von rund 3,2 Milliarden Euro.
Der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands warnt vor Ausweichreaktionen. Ăhnliche SteuersprĂŒnge zwischen 2002 und 2005 hĂ€tten bereits den Schwarzmarkt gestĂ€rkt. Zudem kritisiert der BVTE das Verfahren: FĂŒr eine fachliche Anhörung blieben den VerbĂ€nden nur 23 Stunden.
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Wohin flieĂt das Geld? HausĂ€rzte warnen vor Zweckentfremdung
In der Fachwelt gibt es Streit ĂŒber die Verwendung der Mittel. Die Vorsitzende des HausĂ€rzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, warnt davor, die Mehreinnahmen zur Entlastung der Spritpreise zu nutzen. Stattdessen fordert sie eine direkte Investition ins Gesundheitssystem.
UnterstĂŒtzung kommt vom Drogenbeauftragten Hendrik Streeck. Er befĂŒrwortet die Steuererhöhung aus gesundheitspolitischer Sicht, fordert aber eine zweckgebundene Verwendung fĂŒr PrĂ€vention. Finanzminister Klingbeil rechtfertigt die PlĂ€ne: Produkte, die die Gesundheit gefĂ€hrden, mĂŒssten teurer werden.
Teil eines gröĂeren Pakets: Zucker- und Spirituosensteuer folgen
Die Tabaksteuer ist nur ein Baustein im Bundeshaushalt 2027. Dieser sieht Ausgaben von 555 Milliarden Euro und eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro vor.
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Ab 2027 steigt auch die Steuer auf Spirituosen um 20 Prozent. FĂŒr zuckerhaltige GetrĂ€nke ist ein gestaffeltes Modell geplant: GetrĂ€nke mit weniger als fĂŒnf Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleiben steuerfrei, darĂŒber fallen 26 bis 32 Cent pro Liter an. Die GetrĂ€nkeindustrie kritisiert die PlĂ€ne scharf â viele Hersteller hĂ€tten den Zuckergehalt bereits freiwillig reduziert.
ZusĂ€tzlich steht eine Anhebung des Mehrwertsteuer-Regelsatzes auf 22 Prozent im Raum, um Haushaltslöcher zu schlieĂen.
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