Tankrabatt ab Oktober: 17 Cent Ersparnis pro Liter geplant
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung und die LĂ€nder haben sich auf ein umfassendes MaĂnahmenpaket zur Senkung der Kraftstoffpreise verstĂ€ndigt. Ab dem 1. Oktober soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel gesenkt werden, um die Belastung fĂŒr Verbraucher und Wirtschaft abzufedern. Flankiert wird diese MaĂnahme durch die geplante EinfĂŒhrung eines Spritpreisdeckels zum Jahreswechsel, der sich an europĂ€ischen Marktmodellen orientiert.
Details zur Steuersenkung und Finanzierung
Die getroffene Einigung sieht vor, dass die Energiesteuer fĂŒr den Zeitraum vom 1. Oktober bis Ende 2026 faktisch reduziert wird. Die reine Steuerentlastung betrĂ€gt 14 Cent pro Liter; unter Einbeziehung der Umsatzsteuer ergibt sich fĂŒr die Endverbraucher eine Ersparnis von rund 17 Cent je Liter. In Regierungskreisen wurde zudem eine mögliche Entlastung von bis zu 18 Cent pro Liter diskutiert.
Das Gesamtvolumen der EntlastungsmaĂnahmen belĂ€uft sich auf rund 2,5 Milliarden Euro. Die Finanzierung wird zwischen Bund und LĂ€ndern aufgeteilt, wobei die LĂ€nder ĂŒber einen Umsatzsteuerfestbetrag einen Anteil von 1.25 Milliarden Euro ĂŒbernehmen. Aktuell betrĂ€gt die Energiesteuer in Deutschland 65,45 Cent pro Liter Benzin und 47,04 Cent pro Liter Diesel, zuzĂŒglich der Mehrwertsteuer von 19 Prozent.
EinfĂŒhrung eines Spritpreisdeckels nach europĂ€ischem Vorbild
ZusĂ€tzlich zum befristeten Steuerrabatt plant die Koalition die EinfĂŒhrung eines Spritpreisdeckels. Dieser soll spĂ€testens zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Als Vorbilder fĂŒr die gesetzliche Preisobergrenze dienen die Modelle aus Luxemburg und Belgien.
In Belgien wird beispielsweise das sogenannte Cliquet-Modell angewandt, bei dem die Mineralölsteuer automatisch gegenlĂ€ufig zur Entwicklung der Rohölpreise angepasst wird, um PreissprĂŒnge an den Tankstellen zu glĂ€tten. WĂ€hrend die grundsĂ€tzliche Einigung auf diesen Mechanismus steht, blieb der exakte Zeitpunkt der EinfĂŒhrung in den Verhandlungen zunĂ€chst noch offen.
Politische Positionen und alternative VorschlÀge
Innerhalb der schwarz-roten Koalition sowie seitens der Opposition wurden im Vorfeld der Einigung verschiedene Modelle debattiert. CDU-GeneralsekretÀrin Hoppermann nannte eine notwendige Entlastungsspanne von 21 bis 25 Cent pro Liter ab Anfang Oktober.
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In einer Talkrunde am 17. September kritisierte sie zudem eine mögliche Ăbergewinnsteuer, da diese bei Kraftstoffpreisen zwischen 2,50 Euro und 3 Euro keine direkte Entlastung fĂŒr die BĂŒrger bewirke.
SPD-Vertreter wie Klingbeil favorisierten neben dem Preisdeckel eine EU-weite Ăbergewinnsteuer und forderten ein schnelles, deutliches Signal an den ZapfsĂ€ulen. Weitere VorschlĂ€ge aus der CDU-Fraktion sahen eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 19 auf 7 Prozent vor.
Fachleute des DIW merkten dazu an, dass eine solche Reduzierung bei einem Literpreis von 2,30 Euro rechnerisch eine Ersparnis von 23,2 Cent bedeuten wĂŒrde. Regierungsseitig wurde jedoch darauf hingewiesen, dass das geltende EU-Recht eine ermĂ€Ăigte Mehrwertsteuer fĂŒr Kraftstoffe derzeit nicht zulasse.
Marktlage und Forderungen der InteressenverbÀnde
Die Einigung erfolgt vor dem Hintergrund neuer HöchststÀnde bei den Kraftstoffpreisen. Laut Daten des ADAC erreichte der Dieselpreis an diesem Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt einen Rekordwert von 2,471 Euro pro Liter, wÀhrend Super E10 mit 2,308 Euro notiert wurde.
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BranchenverbĂ€nde wie der VDV forderten eine gezielte Entlastung von 14 Cent pro Liter Diesel fĂŒr den öffentlichen Personenverkehr und den SchienengĂŒterverkehr, um die Betriebskosten stabil zu halten. Der DGB sprach sich neben einer Senkung der Energiesteuer auch fĂŒr eine Reduzierung der Stromsteuer sowie eine zweite Gaspreisbremse aus.
Die Linke plĂ€dierte hingegen fĂŒr direkte finanzielle UnterstĂŒtzungen in Form eines Energiekrisengeldes in Höhe von 150 Euro sowie eines jĂ€hrlichen Klimageldes von 320 Euro pro Kopf. Erschwerend fĂŒr Direktzahlungen gilt laut Regierungsangaben jedoch der Umstand, dass bisher nur fĂŒr etwa 19 Prozent der Steuerpflichtigen hinterlegte Bankdaten fĂŒr automatisierte Auszahlungen vorliegen.
