Tankrabatt: DIW sieht nur zwei Drittel der 16,7 Cent weitergegeben
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 11:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPreisentwicklung seit dem 1. Oktober
- Das DIW beziffert die bisherige Weitergabe auf rund zwei Drittel der Steuersenkung von 16,7 Cent je Liter.
- Das Ifo ermittelte vom 7. bis 13. Oktober bei E10 13 Cent, bei E15 14,7 Cent und bei Diesel 13,5 Cent.
- Am Mittwoch kostete E10 im Bundesdurchschnitt 2,146 Euro und Diesel 2,255 Euro je Liter.
Tankrabatt erreicht Verbraucher nur teilweise
Zwei Wochen nach dem Start kommt der Tankrabatt nach EinschĂ€tzung von DIW und Ifo nicht vollstĂ€ndig bei den Verbrauchern an. Auch das Bundeskartellamt sieht LĂŒcken bei der Weitergabe der Steuersenkung.
DIW sieht nachlassende Weitergabe
Nach Berechnungen des DIW sind von der Steuersenkung um 16,7 Cent je Liter bislang rund zwei Drittel bei den Kunden angekommen. Seit dem 1. Oktober sanken die Preise in Deutschland im Durchschnitt um 10 bis 11 Cent je Liter stÀrker als in Frankreich, wo es keinen Rabatt gibt.
Seit dem 8. Oktober lag die Weitergabe nach DIW-Angaben im Schnitt nur noch bei 9 Cent. Tomaso Duso weist zugleich darauf hin, dass das Ergebnis vom Vergleichstag abhÀngt: Bei einem Vergleich mit dem 27. September statt dem 30. September liege die Weitergabe bei mehr als 80 Prozent.
Ifo ermittelt Unterschiede nach Kraftstoff
Das Ifo kommt fĂŒr den Zeitraum vom 7. bis 13. Oktober auf höhere, aber ebenfalls unvollstĂ€ndige Weitergaben. Bei Superbenzin der Sorte E10 waren es 13 Cent, bei E15 14,7 Cent und bei Diesel 13,5 Cent.
Besonders am vergangenen Wochenende stellten die MĂŒnchner Wirtschaftsforscher geringe Weitergaben fest. Aktuell ist Super E10 gut drei Cent teurer als am ersten Tag des Tankrabatts.
Bundeskartellamt beobachtet Raffinerien und GroĂhandel
Auch das Bundeskartellamt sieht die Steuersenkung auf Ebene der Raffinerien und des GroĂhandels zwar weitgehend, aber nicht vollstĂ€ndig weitergegeben. PrĂ€sident Andreas Mundt zufolge ist die LĂŒcke bei Benzin etwas gröĂer als bei Diesel; fĂŒr eine umfassende Bewertung sei es noch zu frĂŒh.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont dagegen, seine Mitgliedsunternehmen gĂ€ben den Rabatt vollstĂ€ndig weiter. Der Verband verweist auf schwankende Kosten fĂŒr die gesetzliche Bioquote und Transporte, unter anderem wegen des Niedrigwassers im Rhein.
Deutschland bleibt im EU-Vergleich teuer
Am Mittwoch kostete ein Liter E10 bundesweit durchschnittlich 2,146 Euro, Diesel 2,255 Euro. Beide Preise bewegten sich zuletzt nur wenig.
Nach Daten der EU-Kommission lag Deutschland beim E10-Preis trotz Tankrabatts auf dem vierthöchsten Niveau der EuropÀischen Union, bei Diesel auf dem sechsthöchsten. Ende September hatte Deutschland beim E10 noch auf Platz drei und beim Diesel auf Platz vier der teuersten LÀnder gelegen.
Der Tankrabatt soll die Energiesteuer auf Kraftstoffe zeitweise senken und Verbraucher angesichts hoher Preise entlasten. Nach der dpa-Meldung betrÀgt der steuerliche Nachlass 16,7 Cent je Liter und gilt seit dem 1. Oktober.
Die Berechnungen von DIW und Ifo zeigen jedoch, dass der Preisvorteil an den Tankstellen kleiner ausfĂ€llt. Dabei unterscheiden sich die Ergebnisse je nach Kraftstoff, Zeitraum und gewĂ€hltem Vergleichstag. Das erklĂ€rt einen Teil der Abweichungen, Ă€ndert aber nichts an der von beiden Instituten beschriebenen LĂŒcke.
Preise bleiben europÀisch hoch
FĂŒr Autofahrer ist die Wirkung deshalb begrenzt: Deutschland blieb auch nach Beginn des Rabatts bei E10 und Diesel unter den LĂ€ndern mit den höchsten Durchschnittspreisen in der EuropĂ€ischen Union. Zugleich fiel Deutschland im Preisvergleich gegenĂŒber Ende September jeweils um mehrere PlĂ€tze zurĂŒck.
Die Diskussion berĂŒhrt damit zwei Ebenen. Kurzfristig geht es um die Entlastung an der ZapfsĂ€ule; strukturell bleibt offen, wie stark Marktpreise, Raffinerie- und GroĂhandelsmargen sowie verĂ€nderte Kosten fĂŒr Transporte und Bioquoten den Endpreis beeinflussen.
Weitere Beobachtung angekĂŒndigt
Das Bundeskartellamt will die Entwicklung weiter beobachten und hĂ€lt eine abschlieĂende Bewertung derzeit noch nicht fĂŒr möglich. FĂŒr Verbraucher bedeutet das: Der Rabatt wirkt, erreicht sie nach den vorliegenden Berechnungen aber nicht vollstĂ€ndig.
