Tarifstreit Metallindustrie: Arbeitgeber legen Angebot vor
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(neu: Details)
DĂSSELDORF (dpa-AFX) - Im Tarifstreit der nordrhein-westfĂ€lischen Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt. Es sieht zunĂ€chst eine Einmalzahlung im Juli 2027 in Höhe von einem Prozent eines Jahresgehalts vor. Im Juli 2028 sollen die Löhne und GehĂ€lter dann um 1,3 Prozent steigen. Die Laufzeit soll 26 Monate betragen, wie der Arbeitgeberverband Metall NRW in DĂŒsseldorf berichtete. Die IG Metall war unter anderem mit einer Forderung nach fĂŒnf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten in die Verhandlungen gegangen.
Das Angebot ist mit allen ArbeitgeberverbĂ€nden der deutschen Metall- und Elektroindustrie bundesweit abgestimmt. Es sei der aufrichtige Versuch, in einer extrem schwierigen Tarifrunde "Hinweise" fĂŒr ein tragfĂ€higes Ergebnis zu geben.
Es sei angesichts der lĂ€ngsten und schwersten strukturellen Krise des Industriezweigs ein "Zeichen der Bereitschaft der Arbeitgeber zu einer schnellen und konstruktiven Lösungsfindung", erklĂ€rte der VerhandlungsfĂŒhrer der Metall-Arbeitgeber, Arndt G. Kirchhoff, laut der Mitteilung. Es sei auch ein Versuch, dem "so gut wie nicht vorhandenen" Verteilungsspielraum gerecht zu werden.
Die Forderung der IG Metall löse bei den Unternehmen weiterhin groĂes UnverstĂ€ndnis aus und gehe an den wirtschaftlichen RealitĂ€ten völlig vorbei, so Kirchhoff weiter. "Die sehr hohe Gewerkschaftsforderung trifft die Betriebe zu einer Zeit, in der sie eher Kostenentlastungen statt Kostensteigerungen benötigen." Die Tarifrunde 2026 sei auch eine entscheidende fĂŒr die Akzeptanz des FlĂ€chentarifvertrages, betonte er.
Branche beschÀftigt 640.000 Menschen in NRW
Die Tarifverhandlungen fĂŒr die bundesweit gut 3,7 Millionen BeschĂ€ftigten in der gröĂten deutschen Industriebranche hatten vor knapp drei Wochen mit Verhandlungen in den Bezirken NRW und Baden-WĂŒrttemberg begonnen. In NRW sind rund 640.000 Menschen in der Branche beschĂ€ftigt. Auch in mehreren anderen Tarifbezirken gab es am Dienstag zweite Verhandlungsrunden. Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktobers. Ab dann sind Warnstreiks möglich.
